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Wje kommt es doch, daß sich das vogel-schießen-fest
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Mit einer hochzeit-lust so wohl vergleichen läst?
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Ist vogel und geschütz denn irgend beym vermählen?
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Es muß ja allerdings also beschaffen seyn,
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Denn sonsten stimmte nicht so that als namen ein;
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Die that, die würdig hier mit kurtzem zu erzehlen:
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Wenn der Johannis-tag nun vor der thüre steht,
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Und die bekante lust des schießens vor sich geht,
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So schauet man zu erst, wie um die vogel-stange
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Man tieffe gruben gräbt, in welchen bier und wein;
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Und wurst, und was man hat, kan frey und sicher seyn;
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Wann uns der sonnen-gluth will machen allzu bange.
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Doch wird vorhero auch der vogel aufgesetzt,
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An welchem sich hernach so mancher schütz ergetzt,
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Und da offt schärffer als bey seiner liebsten schießet:
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Nach diesem werden dann die hütten aufgebaut,
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Darinn das frauen-volck dieselbe lust anschaut,
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Und durch ihr gegenseyn der männer müh versüßet.
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Geht denn hernach, wenns zeit, die kirmeß völlig an,
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So wandert da hinaus, was offt kaum kriechen kan,
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Die mägdgen gehn zuerst, hernach die meisten frauen,
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Und diese führen offt die vögel bey der hand,
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Die ihnen hat ihr schütz’ in liebe zugewandt,
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Wenn er hat seine kunst im schießen lassen schauen.
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Da ist kein junger mensch, und wer er immer sey,
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Wenn ihn ein mägdgen kennt, vom zeichen-lösen frey,
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(wiewol die frauen auch sich dieser lust nicht schämen)
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Wofern er anders sie und seiner liebe ziel
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Nicht durch ein grobes nein im buy verkehren will,
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Und wie zuvor die kost von ihren lippen nehmen.
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Wird dann manch scharffer pfeil dem vogel zugestellt;
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Und trifft sichs, daß ein span von solchem runter fällt;
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Da wird so mann als frau durch diese that vergnüget,
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Die frau darum, daß sonst niemand, als nur ihr mann,
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Den vogel auf den peltz so artig treffen kan;
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Der mann, daß er hierdurch die andern hat besieget.
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Ich weiß, daß öffters da manch frauenzimmer denckt:
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Ach würde mancher pfeil doch auch nach mir geleuckt!
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Und zwar ein pfeil, der sich zu solchen vögeln schicket,
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Die meines gleichen sind, ich hätte größre lust,
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Und es vergnügte sich auch mehr des schützens brust,
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Als wenn er da ein holtz auf einer stang erblicket.
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So lustig dieses spiel sich nun beschauen läst;
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So artig ist es auch um euer hochzeit-fest,
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Verliebte, die ein band itzt hat vergnügt verbunden!
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Meynt ihr, es reime sich hieher nicht allzuwohl?
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So höret, was dis blat euch ferner sagen soll,
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Und wo es einen schutz vor diesen spruch gefunden.
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Doch ehe noch mein mund vergleichet dieses spiel,
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So gebt mir erstlich zu, was ich hier haben will.
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Des vogels stelle soll die Jungfer Braut vertreten,
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Die gruben, welche vor der vogel-stange seyn,
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Und wo man trägt die kost vor die verliebten ein,
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Die hat der Bräutigam allein ihm ausgebeten.
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Und dieser bleibet auch der schütze hier bestellt,
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Weil längsten seiner brust vor andern wohlgefällt,
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Wenn er geschütz und pfeil soll mit der hand regieren:
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Sein bogen ist gewiß, daß auch die folge-zeit,
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Was er vor späne hat vom vogel abgestreut,
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Ein wahres zeugniß wird von seinem schießen führen.
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Die pfeile, welche nur verliebten brauchbar sind,
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Die ladung, welche man nur bey verliebten findt,
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Die will mein kiel aus furcht nicht allzudeutlich sagen;
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Doch wer es noch nicht weiß, und dennoch wissen will,
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Der kan, wann vor vorbey der hochzeit lustig spiel,
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Den Herren Bräutigam und auch die gäste fragen.
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Du, fruchtbares Dobin! bist das beglückte feld,
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Wo diß verbundne paar sein vogel-schießen hält:
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Die gäste sind, die hier die lust vergnügter machen:
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Löst irgend heut’ iemand vor ein’ ein zeichen ein,
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Kan künfftig noch einmal dergleichen schießen seyn,
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Und wir dabey, wie itzt, von neuem wieder lachen.
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Doch ist es einmal zeit, daß auch mein bogen schließt,
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Verliebte! die der thau der liebe nun begießt;
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Lebt, liebt und blühet wohl! der himmel sey dem bogen,
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Mit dem ihr, was euch speißt, und diß, was euch vergnügt,
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Und dieses, was ihr wünscht, nach aller lust besiegt,
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Und diesem, der ihn führt, zu aller zeit gewogen!
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Der wunsch soll zum beschluß der treuen zeilen stehn:
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Wenn künfftig wir das fest das andre mal begehn,
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Daß unsre vogel-stang’ ein vogel soll bezieren,
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Daß man von deiner kunst schon einen neuen span
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Bey unsrer schützen-zunfft erfreuet schauen kan,
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Der seines schützens sehn’ und bogen pflegt zu führen.