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Von hertzen ist allhier ein grabmahl aufgericht,
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Denn hier vergruben wir die meisterin der hertzen;
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Jhr daseyn bracht uns lust, ihr abzug bringt uns schmertzen,
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Wir aber sind ihr doch auch in der grufft verpflicht,
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Jhr angedencken kan in uns die lieb erregen,
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Und aller unser brust zu vieler lust bewegen.
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Ach könte man (jedoch ich wünsch etwas zu viel)
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Nur durch ein löse-geld ihr leben wieder kauffen,
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Es solt uns nicht zu hoch am werthe sich belauffen;
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Allein wo finden wir zu dieser axt den stiehl?
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Der tod der läst sich nicht durch geld und gold vergnügen,
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Es muß, was er verlangt, ihm zu den füßen liegen.
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Ich weiß ihr schatten irrt noch um die gegend rum,
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Und will der wiesen pracht nun zum gefehrten haben;
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Nichts konte den so wohl als die gemeinschafft laben,
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Drum thut er sich nach ihr auch in dem tode um.
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Ach solt er bey uns seyn, so müste alles weichen,
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Was uns verhinderte den entzweck zu erreichen.
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Jhr thränen! samlet euch zu einer trauer-bach,
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Ich will den letzten dienst durch euch allhier bezahlen,
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Ich will mit euch allhier ein angedencken mahlen,
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Das unvergleichlich ist. Fließt thränen, fließt nur nach!
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Der thränen kostbarkeit ist über alle dinge,
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Der beste diamant ist gegen ihr geringe.
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Schlaf, Schönst’! inzwischen wohl in deiner kühlen grufft,
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Die liebe wird dich itzt nicht mehr, wie neulich, plagen:
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Jtzt kanst du gute nacht den eitelkeiten sagen,
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Weil dich die einsamkeit aus deren circkeln rufft,
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Den heissen liebes-brand kühlt itzt die frische erde,
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Und wünscht, daß ihr dein leib in kurtzem ähnlich werde.
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Ich mache dekne grufft auch itzt zu meiner grufft,
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Wo ich die eitelkeit nun gäntzlich will verscharren,
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Und nicht, wie vor geschehn, wie die verliebten narren,
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Weil mich dein zufall itzt von diesem wege rufft.
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Dein grabmahl aber soll zu seinem ruhme haben,
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Daß allda Citron hat sein liebes-werck vergraben.
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Jhr todten! nehmet sie in eure blasse zahl,
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Die hier bey uns ein licht des frauen-volcks gewesen,
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Die tugend hatte sie zum leit-compaß erlesen,
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Drum ist man so bemüht um ihr gedächtniß-mahl,
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Denn diese kan doch nicht auch in der grufft ersterben,
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Sie kan eh durch den tod ein ander leben erben.