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Zjeht meine sonne denn der sonnen farben an?
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Will ihr gesichte sich in kostbar gold verwandeln?
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Was ist? daß sie itzund so sehr verändern kan?
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Daß sie vor rosen-schmuck will sonnen-zier erhandeln.
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Die lilien sind weg, die rosen sind dahin,
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Der purpur, der vorher die lippen kostbar machte,
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Weicht vor des goldes pracht und läst ihm den gewinn,
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Den ihm vorher der ort und vieler lobspruch brachte.
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Die wange, so vorher der anmuth wohnung war,
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Verändert itzt die art, und wird von golde trübe,
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Die erste schönheit liegt bereits auf ihrer bahr,
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Und, wo ichs sagen darff, auch selber meine liebe.
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Doch nein, ich irre mich, ich liebe ja den geist,
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Mit nichten aber nur die äusserliche zierde,
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Die uns zwar offters auch mit zarter freude speist,
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Doch überwand bey mir der tugend ehr-begierde.
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Nein, nein, Chlorinde nein, ich bin noch so gesinnt,
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Dein gold, das wird mich nicht an meiner treu verletzen;
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Und wo das glücke mir nur mein vergnügen spinnt,
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So werd ich mich an dir, auch da du gold, ergötzen.
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Von allen menschen wird das gold ja sehr geliebt,
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Warum solt ich denn auch nicht dessen werth erheben,
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Wer weiß warum dich itzt der himmel so betrübt,
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Vielleichte zeigt er mir mit dir ein goldnes leben.
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Das gold verbrennet nicht, so soll auch meine treu,
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Die ich dir zugesagt, kein ungemach zerstreuen,
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Gedencke, daß ich noch itzt, wie vor diesem, sey,
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Der, welcher sich gedenckt an deiner zier zu freuen.
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Laß alles grämen seyn, weint doch die sonne nicht,
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Ob sie gleich eben muß dergleichen farbe tragen,
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Was dir vielleicht itzund an deiner zier gebricht,
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Das wird in kurtzem denn dein aug und mund erjagen.
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Mich deucht, es ändert sich bereits die gelbe haut,
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Die rosen lassen sich schon, wie von weitem, schauen,
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Die anmuth, die ihr vor bey dir ein schloß gebaut,
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Die wird dir ihren schatz bald wiederum vertrauen.
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Kommt, kommt ihr lilien! ihr rosen sänmt euch nicht!
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Der purpur müsse sich auch bald zum lippen legen!
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Es eile diß, was itzt Chlorinden noch gebricht,
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So kan ihr auge mich, so, wie vor dem, bewegen.
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Fahr hin, du falsches gold! du bringst uns doch nur pein;
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Wir wollen, glaub es nur, itzt deiner gern entbehren,
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Denn, wenn Chlorinde soll deßwegen traurig seyn,
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So wollen wir uns nicht an deine farbe kehren.
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Chlorinde! schone dich indessen etwas wohl,
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Und lache nur vielmehr bey deiner neuen farbe,
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Du weist ja ohnediß, was es bedeuten soll,
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Die farbe bringt noch nicht der schönheit eine narbe.
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Es giebt ja blumen auch, die so gefärbet sind,
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Und dennoch pfleget uns nach ihnen zu gelüsten,
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Ja wo das augen-licht dergleichen eine findt,
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So bringt man sie, und steckt sie gar zu jenen brüsten.
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Die farben sind ein spiel des lichts und der natur,
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Und all einander gleich an würd und am erziehen,
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Doch daß das auge mehr liebt der, als jener spur,
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Ist nur die bildung schuld, um die wir uns bemühen.
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Die hoffnung mache dir bald deine wünsche wahr,
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Das gold verwandle sich in rosen, lilien, nelcken,
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Die gelbsucht werffe sich auf eine todten-bahr!
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Denn was dich, Schone! kräuckt, das muß wie graß verwelcken.