Des Deutschen Krieges Zehenter Theil

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Georg Greflinger: Des Deutschen Krieges Zehenter Theil (1657)

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DeN Außgang dieses Kriegs dem Mittel anzu- hangen/
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So sey nun wiederum (Hilff Göttin) angefan-
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Wier wollen aber nun des todten Weymars Heer/
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Als ein verwäystes Volck/ an
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und Heldenhaffte Hand vertraut/ am Reyhne lassen/
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und des Banniers Betrieb auf unsre Zunge fassen:
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Er folgte seinem Feind/ und gab jhm solchen Hieb/
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Der jhn vom Balther Meer biß in Hochdeutschland trieb.
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Und war vom Rücken nichts als Dömitz zu bekriegen.
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Mit dem von Lüneburg stundt’ es auf dem Vergnügen/
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Weil er von beyden nichts als eitel Noht und Qual
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Vermärckte/ saß er still und hielte sich
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Wie auch der gantze Kräyß.
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Daß General Bannier sein Volck zur Weser brachte/
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Die Neuenburg gewann/ des Kings geschlagne Schaar
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An seine Seiten hieng/ Helm Wrangel durch Gefahr
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Der
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Aus Gardeleben nahm/ mit welchem er sein streiten
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Nicht wenig glücklich sah/ wie folgen wird.
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Gieng er mit aller Macht dem schönen Meißen zu/
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und nahm bey Kemnitz Sitz/ woselbst des Salis Schaaren/
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Die von den Käysrischen noch hinterlassen waren/
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Durch Pfulens scharffen Stoß und Wrangels strengen Hieb
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Also zersteubeten/
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Er selbst mit Mandesloh und zehen hundert Knechten
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Geriethen in Verhafft/ durch jhr unglücklich fechten.
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Hiedurch verstärckte sich Bannier auf tausend Mann/
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Worauf er Zwickau/ Schnee- und Anneberg gewann.
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Er wolt’ auch Freyberg an/ und brauchte große Stärcke/
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Wurd’ aber/ durch Entsatz des Käysers/ solchem Wercke
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Mit Schaden abzustehn/ gedrungen. Sehet nach/
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Was Art er diesen Trieb durch eine höhre Sach
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Entnahmte. Bald hierauf verstärckt’ er sich mit diesen/
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Die/ durch den Torsten Sohn heldmäßig angewiesen/
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Jm Lande Thüringen sich hatten eingesetzt/
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Damit so sahe man die Scharten außgewetzt/
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In dem er nnverhofft des
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Die Freyberg wie der frey zu machen kommen waren/
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Bey Glauch und Hohenstein
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Daß wenig übrig blieb/ und also recht und fug
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Zu Freybergs Klage war. Es blieben alle Stücke
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und was darzu gehört/ den Schwedischen zum Glücke.
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Graf Buchheim blieb verhafft/ Graf Broy nechst dabey/
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Wie auch zwey tausend Knecht und alle Reuterey/
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Mit noch vier Obersten und ein und funfftzig Fahnen.
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Seht diesen Sieg den Weg nach Böhäims Grentzen bahnen/
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Wohin sich
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So schlecht kam dieser Held von diesem Treffen ab.
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Eh aber sich Bannier nach Böhäinis Grentzen fügte/
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Gieng er nach Pirna hin/ das er auch bald besiegte/
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und alles nider hieb was in den Waffen war.
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Ich selber stundte da in eußerster Gefahr.
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Der Pirner
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Solch Schrecken/ daß sie sich nicht dorfften wieder setzen.
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Und darum sahe man die Stolpe/ Hohenstein/
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So Tetschen Bischoffswert und andre Schwedisch seyn.
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Was Stadt von Hilff entblöst sol also nicht erblöden?
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Hier auf zertheilte sich die starcke Macht von Schweden/
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und fiel ein großer Theil von neunmal tausend Mann/
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Die Stalhansch führete/ das gute Schlesjen an/
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Die Sächsische daselbst vom Käyser abzuhalten.
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Und wuste dieser Held sein Ampt wol zu verwalten.
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Der Rest mit dem Bannier gieng fort nach Leutmaritz/
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und nahm nicht lang hernach bey Brandeiß seinen Sitz.
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Hierwider sahe man von Käyserlicher Seiten
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Ein Heer/ ein mächtig Heer/ von 60000 Leuthen
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Versamlen/ dessen Häupt Ertz-Hertzog Leopold/
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Des Käysers Bruder/ war. Vermärckt hierbey wie hold
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Das Glück den Schweden schien/ weil solche große Scharen/
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Noch eins so starck als sie/ das Böhäim zu bewahren/
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In Waffen muste seyn. Zwölff tausend giengen ab/
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Zu welchen sich das Herr von der Cur-Sachsen gab/
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Des Stalhanschs seine Macht in Schlesien zu dämpffen/
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Doch es gieng langsam zu/ denselben zu bekämpffen.
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Hergegen machte sich der Held Bannier vor Prag/
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und gab den Käysrischen daselbsten solchen Schlag/
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Daß ein paar tausend Mann im Felde ligen blieben/
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und Hofkirch/ derer Häupt/ wiewol von vielen Hieben
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Sehr wund und matt gemacht/ in Feindes Hände fiel.
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Auf dieses hörete das Prag der Stücke Spiel/
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Voraus der Carels-Hof/ und war der Schweden schüssen
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So starck/ daß sie ein Theil der Mauern niderrissen.
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In dem das große Prag in großer Zagheit war
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und um Errettung schry/ kam Hatzfelds seine Schaar/
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Denselben Hilff zu thun/ daher Bannier die Prager
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Verließ/ und seinen Weg nach Brandeiß in sein Lager
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Gantz ohne Schaden nahm. Worauf ein jeglich Theil/
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Das gantze Königreich/ zu einem schlechten Heyl/
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Entzäumet überlieff/ und must’ aus allen Ecken
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Was dienlich war hervor/ dann man durch Brand und
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Schrecken
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Des blitzenden Gewehrs hierzu gezwungen war/
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und dieses dauerte bey nah ein halbes Jahr.
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Hierzwischen kam es auch zu manchen scharmuzieren/
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Wir wollen aber nur das größeste berühren.
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Mönchhausen/ ein Soldat von löblichem Gericht’/
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Erfuhr/ daß sich ein Heer in Käyserlicher Pflicht
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Bey Mähren sehen ließ. Kaum daß es war erfahren
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Sah man denselbigen mit seinen Schweden Schaaren
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Den Feinden auf dem Halß. Er that auch solchen Hieb/
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Daß fast ein tausend Mann theils auf der Wahlstatt blieb/
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Theils in Verhafftung kam. Der Rest zerstob durch fliehen.
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Hiefür Vergelt zu thun/ war jeder vom bemühen/
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Bevor der
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und hatte seines Volcks ein fünfmal tausend Mann.
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Kaum daß er aber hatt’ einmal den Feind getroffen/
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Kam sein zu muhtig Pferd mit jhm zu weit geloffen/
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und trug jhn in den Feind. Sein Heer sah seine Noht
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und wich/ er aber blieb von sieben Wunden todt.
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Graf Hatzfeld aber sah sein Werck jhm bässer glücken/
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Da er dreyhundert Mann bey der Colinschen Brücken
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Zerstreut’ und niederhitb. Worauf er seinen Zug
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Zum schönen Meißen nahm und die Gedancken trug/
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Nechst den Cur-Sächsischen das Chemnitz zu bekriegen/
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und wo es glücken wolt’ auch Pirna zu besiegen.
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Bannier vermärckende was Hatzfelds Meynung war/
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Brach unversehens auf und kam mit einer Schaar
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Von zwölffmal taufend Mann den
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Sie wichen/ und es kam nicht einmal zu dem streiten.
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Damit kam Chemnitz frey/ und Pirna in den Brand/
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Daß weder Freind noch Feind hinfüro seinen Stand
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Daselbsten halten mocht/ als es mit Gartz geschehen.
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Den Hatzfeld sahen wir hierauf nach Francken gehen/
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Dem tapfren Königsmarck ein Widerhalt zu seyn.
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Bannier hergegen kam nochmals in Böhäim ein/
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und fügte sich daselbst zu seinen andern Schaaren/
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Die unter Torsten Sohn noch hinterställig waren/
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und war die gantze Macht von dreyßig tausend Mann/
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Dann es kam kurtz zuvor viel Volck aus Schweden an.
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Wan sah auch über diß auf mehr als 100 Wägen
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Viel Mittel zu dem Krieg in Chemnitz fest gelegen/
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Durch den Bannirschen Zug zum Lager eingebracht/
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Und nochmals also fort mit einer großen Macht
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Die große Prager-Stadt beziehen und beschüssen.
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Und wolte man den Feind zur Schlacht gewillet wissen.
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Er aber sorgete vor nichts als vor sein Prag/
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Nicht rächende was Schlang vor einen großen Schlag
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Zwey Regimentern gab/ was große Zahl von Pferden
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Bey Prag dem Torsten Sohn zur Beuthe musten werden/
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Was man den Weißenberg/ der Ort vom ersten Sieg
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In diesem Kriege/ nahm/ die Stern-Schantz überstieg/
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Das Schloß und auch die Stadt mit Kugeln ließ erregen/
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Diß alles wolte doch zu keiner Schlacht bewegen.
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Hergegen war des Feinds sein donnderndes Betrieb
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So groß/ daß dem Bannier viel Volcks beliegen blieb.
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Weil nichts zu richten war/ so gieng man von einander.
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Der Feind erhielt sein Prag/ der Schwedisch Alexander
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Sein Ehr’ und machte sich nach Brandeiß wieder hin.
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Kein Ort war nun im Reich/ es war die Forcht darin.
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Er suchte Geld von Brix. Brix sagte: Brix gibt nix/
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So werde/ sprach Bannier/ ein nix aus eurem Brix/
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und legete hierauf die gute Stadt zusammen/
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Die er mit Sturm gewann/ in Blut und Feuerflammen.
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Auf dieses wandt er sich mit Macht vor Rockezahn/
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Das was er forderte/ aus Schrecken hat gethan.
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Und jetzund galt es Satz und was hierum gelegen/
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Was nicht gehorsam war sah Schwerdt und Fackeln regen/
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und sich darinnen seyn. Hieran war nicht genug
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Daß Böhäim leyden must’/ er nahm auch einen Zug
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Biß in die Ober-Pfaltz/ in Oesterreich und Mähren.
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Es must’ auch Torsten Son dem Stalhansch Hilff gewähren/
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Dem Bauzen ob zu seyn. War schon die Gegen-Macht
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Sehr groß/ so war sie doch alhier wie nichts geacht.
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Und ställte sich Bannier alhier mit seinen Kriegen
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Nicht anders als vielmehr dann Böhäim zu besiegen.
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Doch wie der Hercules selbst zweyen was zu fchwach/
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Also gab auch Bannier/ zwar dreyen/ endlich nach.
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Was man erdencken kunt und möglich war zu schaffen/
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Das kam auch in den Stand die Siegs-gewohnten Waffen
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Der Schwedischen Armee zu schmeltzen. Also gar/
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Daß fast der dritte Mann auf einen Schweden war.
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Ich redete vorher von 60000. Seelen/
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Die waren nun bey ein. Zehn tausend mehr zu zählen/
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Lag keiner Warheit ob. Dargegen anzugehn/
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War bey den Schweden nicht vor rathsam anzusehn.
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Sie waren dort und da verlegt und abgegangen/
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Theils waren wund und schwach/ theils anderswo gefangen.
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So glücklich man auch kriegt/ so wil uns das nicht ein/
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Daß dort und da nicht sol was Volck verlohren seyn.
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Wolan! Sie machten sich zu rücke nach der Elbe/
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und zielten Pommern nach/ wolwissend/ daß dasselbe
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Die bäste Zuflucht war/ daselbsten jhre Macht
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Zu stärcken/ doch es war ein andrer Raht bedacht/
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Das außgelegte Volck aus allen Böhmer-Plätzen
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Zu samlen/ und damit auf Meißen zu zu setzen/
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Auf Vortheil und nicht leicht auf eine Schlacht zu gehn/
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um Hilff von Fremder Macht sich eilends umzusehn.
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Das war der Raht und was aus Schweden war befohlen.
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Wie aber dieser Zug das Böhäim in die Kolen
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und ander
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Zu schreiben/ und es giebt die Kürtze keinen Raum.
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Sonst hat man anderswo sehr viel hiervon geschrieben/
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Daß achtmal hundert Plätz in Feuer sind geblieben.
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Den Weg nach Meißen zu und zwar nach Annenberck
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Zu bahnen/ war nun mehr des Königsmarcks sein Werck/
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Auch glücklich außgericht/ dem alle Schweden Schaaren
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Aus Böhäimb allgemach zu folgen rüstig waren.
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Graf Hoditz aber must hierzwischen einen Schlag
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Erdulden/ und es war nunmehr der Feinde Sag’
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Allein von einer Schlacht/ es schienen wahre Reden/
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und fiel des Vorzugs Volck dem Nachzug von den Schweden
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Sehr grimmig auf den Halß. Schlang aber sah sich üm/
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und schlug die Käysrische mit solchem
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Daß tausend in Verhafft/ neun hundert todt verblieben.
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Wiewol nicht lang hierauf dergleichen Hertz-betrüben
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Den Schweden selber auch bey Plauen wiederführ/
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und es gieng also zu/ daß man des Schlages Spur
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Auf ein paar Meilen sah. Diß
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Erlitten/ mahnete nunmehr dahin zu schauen
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Wo Hilff und Rettung war. Man ställete den Stab
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um Jen’ und Erfurt fest/ brach alle Brücken ab/
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Schlug Lager/ schantzete/ bracht’ alles was ernährte
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Ins Lager ein/ womit man alles Land verzährte/
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Dann es blieb nicht bey dem/ was schon gekommen war.
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Es gieng kein Tag vorbey/ daß sich die Schweden-Schaar
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Nicht mehr vermehrete. Dann was der Krohne Schwe-
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Zur Hilff verbunden war/ kam an. Fein kurtz zu reden/
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Die Frantzen unter des von
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Die Lüneburgische mit Klitzing abgesand/
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Die Cassel-Hessische mit jhrem Häupt Melander/
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Die kamen allesamt sehr mächtig bey einander/
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Den Schweden Hilff zu thun/ und sihe da zum Streit
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Ein sechszig tausend Mann in Thüringen bereit.
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Noch war des Feindes Zahl/ der nun in Salfelds Weyden
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Ein festes Lager schlug/ viel größer. Denck was Leyden
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Dergleichen Mänge Volcks in einem Lande bring’/
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Ich bin/ dasselbige zu sagen/ zu gering.
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Als beyde Theile sich genug vermehret hatten/
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Hergegen alle Noth/ sie sämtlich abzumatten/
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Sich unter sie begab/ bedachte sich Bannier
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Zu einer rechten Schlacht/ mit neuem Ruhm von hier
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Zu kommen. Doch es gieng gantz wieder sein begehren.
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Des gantzen Reiches Macht auf einmal zu gefähren/
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Das war kein Raht von Heyl. Es war nicht aus der acht/
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Wie manches Glücke sich in einer offnen Schlacht
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Den Schwedischen erwies/ drum war es nicht zu wagen/
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und doch gerieth es noch zu einem solchem schlagen/
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Daß beyde Theile mehr dann dreymal tausend Mann
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Verlohren/ und hiemit gab man das lagern an/
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Sie musten beyde sich vor großer Noht erheben/
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Es hatten weder Vieh noch Menschen mehr zu leben.
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Bannier nahm seinen Weg nach Wildungen/ ein Ort
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Von herrlichem Getränck. Sein Feind hergegen fort
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Nach Fritzlar hin/ woselbst sie beyde sonder Schlachten
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und märcklichen Betrieb/ die Sommer-Zeit verbrachten.
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Wie es zum Herbste kam/ erschlug der Schweden-Feind
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Viel Lüneburger Volck/ nunmehr der Schweden Freind/
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Nah an dem Weserstrom/ wie auch viel Weymar-Schaaren/
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Die jhren Feind bey Lohn zu suchen kommen waren/
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Sie suchten aber so/ daß ein drey hundert sich
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Verlohren/ fast so viel verblieb auch in dem Stich/
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Als Schlang vom Hatzfeld ward biß Hameln hin getrie-
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Hergegen war dem Ros’ ein solcher Sieg geblieben/
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Daß er den bästen Kern des Käysers Reuterey
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Bey Zigenhahn erschlug
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Als ihren General. Es war nun in den Tagen/
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Da man das Feld verlässt/ und vor des Winters-Plagen
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Sich nach den Städten giebt/ daher auch jede Schaar
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Jm Aufzug aus dem Feld in jhre Städte war.
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Der
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Der Wahl das Ertzstrifft Cölln/ Geleen des Reyhnes
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Rancken/
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Hatzfeld das Gülcher Land. Hergegen nahm Bannier
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Das Quedlin-Magdeburg- und Halberstättsche für/
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Auch was zur
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In solchen Fällen wird kein Ort für frey geschätzet.
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Das Weymar-Volck den Hartz/ als Stoll- und Kletten-
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Wie auch die Herrschafft Lor. Die Cassel-Hessen-Stärck
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Oost-Frießland/ Schaumburg/ Marck und Münster. Wolf-
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Wie auch gantz Lüneburg gab fenem Volcke Mittel.
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Seht also theilten sich die großen Machten aus.
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Drey Helden giengen auch um diese Zeit nach Hauß.
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Als der von
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Dem der
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Gefolget. Torsten Sohn/ der hochbeglückte Mann/
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Der endlich nach Banniern so großes hat gethan.
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Melander/ welcher sich bey Hessen so gehalten/
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Daß dessen Landgraf jhn das gröste ließ verwalten.
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Er/ wie auch Torsten Sohn/ gieng etwas zwistig ab/
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und nahm der Eberstein hierauf Melanders Stab.
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Es war die Winter-Zeit noch nicht zur Helffte kommen/
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Wurd unverhofft ein Zug von Schweden vorgenommen/
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Der schnell und listig gieng. Es kam Cur-Sachsens Schaar
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Vor seinem Zwickau an/ und weil es Schwedisch war/
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Gebrauchte sie Gewalt/ die Schweden rauß zu bringen.
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Da stellte sich Bannier/ sich nach der Stadt zu schwingen/
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um solcher Hilf zu thun/ und muste Pfuel voran.
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Doch es war nur darum/ jhm eine gute Bahn
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Nach einer bässern Stadt/ als Zwickau war/ zu machen/
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Jhr Weg/ den sie durch Schnee und Eiß knickknasternd bra-
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War recht nach Regenspurg/
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Bey ein versamlet war/ von welchem schnellen Streich
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Ein jeder zaghafft schien. Es folgeten den Schweden
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Die Frantzen schleunig nach. Was gab es da zu reden?
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Da man vermeynete sie wären weit von hier/
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Sah sie das gantze Reich mit Hauffen vor der Thür.
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Die Donau war beeist und frey zu übergehen/
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Es war kein Widerstand noch dort noch da zu sehen.
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Was in dem Wege war fiel durch das Schwerdt dahin.
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Und nun sah man die Stadt mit Macht rund um beziehn
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Mit der Cartaunen-Knall und feuerigen Ballen/
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Zu Jhrer Majestät Entsetzung überfallen.
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Wie aber dieser Zug sehr unvermuhtlich war/
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Also gerieth er auch sehr schleunig in Gefahr.
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Der Käyser ließ sein Volck von allen Seiten kommen/
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Das auch sehr eilend hat den Weg nach jhm genommen/
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Worauf Bannier biß Cam sich was zu rücke schwung/
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Weil eine große Macht jhm auf den Rücken drung.
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Er satzte sich zu Cam/ daselbst der andern Hauffen/
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Die in der Ober-Pfaltz weit waren außgelauffen/
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Bevor des tapfren Schlangs mit viermal tausend Mann
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Zu warten. Aber seht/ daß es nicht allzeit kan
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Erfolgen wie man will! Der Paß wurd abgeschnitten/
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und kam der schlaue Schlang zu Neuburg in die Mitten
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Von seiner Wider-Part. Er krümmte sich/ er that
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Mit großer Gegenwehr/ so viel als solche Stadt
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Erley den kunt’. Er schrieb um Hilff/ es war verlohren/
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Es war die gantze Macht des Feindes vor den Thoren.
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Er war zum dritten mal heraus/ sich durch die Macht
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Zu schlagen/ welches jhm nur Schaden hat gebracht.
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Es war auch endlich nichts vom Pulver mehr zugegen/
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und dennoch wehrt’ er sich mit Steinen von den Wegen.
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Da alles was er that vor jhn vergebens war/
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Ergab er thränend sich
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Von vierthalb tausend Mann/ auf Gnad und
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Hierbey war Marggraf Carl vom Hause Durlach-Badeu
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und andre große mehr. Sih/ eine gute Macht
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Von Feinden vor das Reich in Regenspurg gebracht.
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Wie triumpfirend man sich hab hierob erzeiget/
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Ist leicht erachtt/ daher mein Mund von solchem schweiget.
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Wie schmertzlich aber Jhn Banniern so großer Stoß
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Getroffen/ zeigete hernach sich allzu groß.
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Daß er nicht so wie Schlang möcht übereilet werden/
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Ließ er die Ober-Pfaltz und brauchte Böhaims Erden
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Zu seinem Rücke-Zug nach Zwickau. Dem der Feind
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Allzeie im Nacken war/ dem er doch unvermeynt
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Entgieng. Sein Zug war schnell und dorffte keinen Pfer-
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Bey vierzehn Tagen lang die Last entnommen werden.
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Zu zwickau ruhet’ er mit seiner gantzen Schaar/
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Die neben jhm sehr müd und abgemattet war.
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Als bey den Weymarschen das
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Veränderten sie stracks jhr wolgefaßtes Wollen
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Nach Beyern/ eileten auch bald den Schweden zu.
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Sie hatten aber auch nechst jhnen wenig Ruh.
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Dieweil die Käysrischen von dort und da ankamen/
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Jedoch nichts sonderlichs von Treffen unternahmen.
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Der schnell und lange Zug hatt alle müd gemacht/
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und darum scheuete sich jeglicher zur Schlacht.
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Es war auch dem Bannier solch Fieber angekommen/
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Davon jhm alle Krafft wurd eilends weg genommen.
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Um dieses gieng sein Heer mit jhm sehr schwach und matt
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Durchs Anhaltiner Land ins Stifft von Halber stadt/
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Woselben Jhn sein Geist nach einem tapfren Leben/
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Zu seines Heeres Leyd und weinen/ hat begeben.
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Er war ein Herr geschwind von Raht und starck von That.
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Hör was man an sein Grab von jhm geschrieben hat:
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Enthebet euch der Müh zu mahlen Herrn Bannieren/
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Er ist sein Mahler selbst/ er kan sich selber zieren
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Mit lebendiger Farb. Sein Pinsel ist sein Schwert/
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Die Farb der Feinde Blut/ das Blat Europens Erd’.
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In dem sein Abscheid war in Schweden kuntbar worden/
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Sah dessen Königin nach jhren Helden-Orden/
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und wählte Torsten Sohn an des Verlebten Stat/
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Der/ solches anzugehn/ sein allerbästes that.
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In dem er aber sich zum Schiff- und Feld-Zug schickte/
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Geschah es/ daß der Feind nach Wolffenbüttel rückte/
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Die große Vestung die/ vor jhrem rechten Herrn/
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Der sie sehr eng beschloß/ noch länger zu versperrn.
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Und mocht' es möglich seyn/ jhm einen Schlag zu geben.
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Auf dieses sahe man diß alles sich erheben
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Was Schwed- und Hessisch war/ des Lüneburgers Hand
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Zu steiffen/ und hierdurch der Vestung nassen Stand
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Noch mehr zu ängstigen. Es kam hierob
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und lenckte sich der Sieg nochmahls zur Schwedschen Sei-
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So daß zwey tansend Mann von Käysrischer Parthey
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Verstarben/ und so viel mit einer langen Rey
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Von Fahnen zum Triumff gefangen musten bleiben.
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Wem aber haben wir diß Siegen zu zu schreiben?
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Da waren Wrangel/ Pfuel und Wittenberg an statt
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Des tapferen Banniers/ da war Lars Kagg. Es that
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Ein jeder was er solt. Es hat sich auch nechst diesen
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Der Graf von Eberstein und Klitzing so erwiesen/
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Daß sich das Lüneburg und Hessen rühmen kunt’/
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Auch war den Weymarschen hier Ehr und Sieg vergunt’
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Damit die Käysrische den frisch-erlittnen Schaden
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Verschmertzten/ wichen sie/ und nahmen Goßlar/ Schladen/
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Hornburg und Osterwiek zu jhrem Aufenthalt/
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und thaten jhrem Feind hiedurch sehr viel Gewalt
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An seiner Futterung/ so/ daß er Wolffenbüttel/
390
Das schon im Letzten lag/ aus Noth vom Lebens-Mittel/
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Auch wol aus Zwist/ begab/ weil jeder diesen Ort
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Vor sich behalten wolt. Es zog ein jeder fort.
393
Die Schweden satzten sich bey Giffhorn mit verlangen/
394
Den tapfren Torsten Sohn/ jhr Häupt/ wol zu empfangen.
395
Die Weymar-Hessischen durchwanderten das Land
396
Von Cölln und brachten da Lamboyen zu dem Stand/
397
Jhm einen Schlag zu thun/ der also
398
Daß man vier tausend Mann von jhm hat abgezwungen/
399
Der siegenden Parthey in dem Verhafft zu stehn.
400
Es blieben auch hiermit von Fahnen zwölffmal zehn/
401
und sechszehn noch darzu. Der Todten aber waren
402
Ein dreymal tausend Mann von den Lamboyschen Schaaren.
403
Auf dieses galt es Neuß/ und nach dem Weynacht-Fest/
404
Zu einem nenen Jahr/ Laboyens gantzen Rest/
405
So daß nichts übrig blieb. Diß von den Weymar-Hessen.
406
Die Lüneburgische nicht gäntzlich zu vergessen/
407
Die braucheten jhr Land zu jhrem Aufenthalt/
408
Und Wolffenbüttel kam in seines Herrn Gewalt/
409
Das durch Vertrag geschah. Einbeck gieng an den Käyser/
410
und Göttingen bekam dergleichen Wegeweiser/
411
Doch es blieb unverwandt/ gleich wie auch Hohentwil/
412
Das Sparr so fest beschloß und durch der Stücke Spiel
413
Zur Demuht zwingen wolt’. Hergegen aber kriegte
414
Cur-Sachs sein Zwickau ein/ daß er mit Macht besiegte/
415
Und Görlitz folgte nach. Auch mich nimmt etwas ein/
416
Daß ich die müde Hand muß lassen ruhig seyn.

(Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Georg Greflinger
(16201677)

* 01.01.1620 in Regensburg, † 01.01.1677 in Hamburg

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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