Des Deutschen Krieges Achter Theil

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Georg Greflinger: Des Deutschen Krieges Achter Theil (1657)

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Eh ich nun wiederum den Kriegs-gelehrten Schwe- den
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In jhrem Zuge folg’/ erheischt die Zeit zu reden/
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Wie sich die Weymar-Macht nunmehr durch Franckreichs
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Stab
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Von Volck und Gold geschützt/ am Reyne sich gehab’.
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Es wuste Franckreichs Heer/ daß unser großer Käyser/
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Nach dem er durch den Sieg die meisten Fürsten-Häuser
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Jhm wieder pflichtig hatt’/ auf die/ so jhre Hand
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Mit hatten eingemischt/ und unser Deutsches Land
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befeindet/ ohne Rach sehr schwerlich würde bleiben/
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und darumb sandt’ er Hilff dergleichen abzutreiben.
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Es war zu seinem Schirm und auch zu größrer Macht
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Der Jenen/ denen er verbindlich war geacht/
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Die durch den großen Schlag bey Nördlingen empfangen/
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In weit zerstreuter Art was waren umgegangen.
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Die Führer dieser Hilff aus Franckreich waren/
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La Force, Feld-Marschalck/ und neben jhm Brezé.
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Es mochte sich jhr Volck mit Hertzog Bernhards Hauffen
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Auf zwantzig tausend Mann und etwas mehr belauffen.
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Ein Heer von solcher Zahl war nun die gröste Macht/
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und wurde mehr hiedurch als sonst durch viel verbracht.
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Das Häupt von diesem Heer war Bernhard/ der die Brü-
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Bey Mannheim übergieng/ nach Darmstadt zu zu rücken/
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Wo er mit seinem Heer Ruh und Erquickung nahm/
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Bald aber weiter gieng und recht durch Franckfurt kam/
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Auf Manßfelds seine Macht in Wetterauschen Plätzen
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Gelagert und verpftegt/ gewaltig anzusätzen.
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So bald als sich sein Feind jhm in die Augen gab
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Schlug er bey Michelbach zwey Regimenter ab.
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Es wurd’ auch ein Qnartier bey Wächterbach geschlagen/
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und eine große Zahl von Führern/ Volck und Wagen
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Gefangen eingebracht. Diß trieb den Mann- ins Feld
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Von langer Hungers Noth und ungeheurer Kält
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Ermattet/ übern Meyn bey Aschenburg/ zu gehen/
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und da so lang verwahrt/ biß Rettuug kam/ zu stehen.
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Worauf auch alle Macht/ die noch am Necker war/
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Sich nach dem Meyn und Reyhn und Manßfelds seiner
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Schar
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Begab/ des Weymars Zug und neues Glück zu brächen.
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Es gieng auch zimlich an/ wie aus dem fernern sprächen
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Wol sol vernommen seyn. Ob schon noch grösre Macht
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Durch einen Cardinal aus Franckreich war gebracht/
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Des Hertzog Bernhards Heer zu stärcken/ und den Gegner
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Gewaltig ob zu seyn/ war doch des Sieges-Segner
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Dem allen abgethan. Sie musten über Reyhn/
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und nahmen sie daselbst das Städtlein Bingen ein/
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Meyntz/ Creutznach/ Oppenheim und Franckenthal zu schü-
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So kam hergegen Worms (da unlängst noch ein sitzen
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Von weisen leuthen war/ zu rathen/ wie der Krieg
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Dem Käyser anzuthun) in unsers Käysers Sieg.
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Dem Käysers-lutern folgt’/ ob schon nach langem Fechten/
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Und muste Hatzfeldt hier bey seinen eignen Knechten
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Gewalt thun/ diese Stadt gewaltig’ anzugehn/
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Man würgte/ was man hatt’ in Waffen angesehn.
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Hierauf begunte man auch Meyntz zu überkommen/
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Valette aber hatt’ es glücklich unternommen.
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Er kam mit Macht dähin/ des Manßfelds seine Macht/
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Die diese Stadt umgab/ in offentliche Schlacht
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Zu zwingen/ aber sie gieng nach des Gallas Scharen/
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Die längst den Reyn bey Worms in guten Schantzen wa-
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Und nun eugte sich am Meyn ein andrer Krieg.
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Es lenckte Franckfurt sich nach seines Käysers Sieg
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und ließ von Schweden ab/ worüber sich die Schweden/
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In Sachsenhausen fest/ mit vielen großen Reden
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Beklagten. Es gebrach an Kraut/ an loht und Brod/
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und darum suchten sie/ daß Franckfurt/ solche Noth
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Betrachtend/ helffen möcht/ um jhrer loß zu kommen.
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Wir haben/ sagte sie/ uns gäntzlich vorgenommen
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Von Sachsenhausen ab und zur Armee zu gehn/
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Weil keine Hilff/ so wir beschossen seyn/ zu sehn.
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Verhelfft uns dann hiemit/ daß wir auf unsern Wegen
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Dem Feinde/ der uns trifft/ uns können widerlegen.
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Wol/ Franckfurt schaffte Raht. Sie aber/ die den Raht
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Bekamen/ schickten sich zu einer andern That/
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und kehrten das Geschütz nach Franckfurts festen Mauern/
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Damit so kam der Wein von Freindschafft zu versauern.
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Was kunte Franckfurt mehr als nur dergleichen Werck
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Beginnen/ wie es that. Es brauchte seiner Stärck/
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und bot/ was man entbot. Es kam zu offnem schüssen/
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Und haben beyde Städt' hiedurch viel leiden müssen.
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Damit erweckte man die Käyserliche Macht/
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und wurd’ ein großes Theil hierum in Stand gebracht.
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Die Schweden wehrten sich so viel sie immer kanten/
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Biß daß die Käysrischen zum stürmen fertig stundten.
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Da gaben sie dem Ort in des Belägrers Hand/
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und wolten nach dem Platz Gustavusburg genannt.
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Man stundt es jhnen zu. Sie zogen. Schau/ da kamen
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lamboyens Völcker/ die sie alle rückwertz nahmen/
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Die meisten nahmen Dienst. Hiemit vergolte man/
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Was von denselbigen an Franckfurt war gethan.
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Als Gallas sah/ wie schön es jhnen wolte glücken/
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Mit Einnahm vieler Städt’/ umgab er auch Sarbrücken.
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Der Ort hielt tapffer aus/ doch endlich ohn’ Entsatz
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Ermüdet/ ließ er nach und gab dem Gallas Platz.
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Diß alles überlegt/ und wol da bey erwogen
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(was große Hungers Noth das Land hatt’ überzogen/
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So/ daß man Wurtzeln/ Graß/ und noch viel ärgers aß/
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Worüber mancher Knecht der rechten Pflicht vergaß
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und von der Fahnen blieb/ vom Hunger nicht zu sterben)
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Brach Hertzog Bernhard auf und ließ die Burg verderben
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Die nach Gustavus hieß/ verstärckte Meyntz und gieng
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Auf tausend Käysrische/ die er halb schlug/ halb fieng.
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Auf dieses ställt’ er sich nach Coblontz zu zugehen/
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Da es im Grunde war nach Franckreich angesehen.
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Es brachte diese List so viel/ daß er den Sprung/
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Vor Gallas nahm/ der selbst nach diesem Wege rung.
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Doch es blieb viel im Stich/ und sonderlich an Stücken/
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Die man begrub und viel nach Coblentz muste schicken/
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Eh sie der Feind bekäm. Es setzte Gallas nach.
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Sein Vorsatz aber war zum ersten viel zu schwach.
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Man wandte sich und gab demselben so ein Zeich en/
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Daß er zu klagen hatt’. Ein solches zu vergleichen/
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Satzt er noch stärcker nach biß einen Tag von Metz/
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Da gab es wiederum ein greuliches Gefetz/
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und blieben heyderseits viel tapfere Soldaten.
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Hierauf ist
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Bey welchem Orte sich diß Scharmuziern begab.
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Er nahm auch
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Vor Homberg aber wolt’ es jhm nicht wol gelingen/
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Und wust er solchen Ort auf dißmal nicht zu zwingen.
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Es sorgte Bernhard sehr daß Gallas seine Macht
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Mit der von Lothringen wurd’ in ein Heer gebracht/
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Daher er sich also vertheilte/ diesen beyden
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Den Weg zur Einigung mit Vorthel abzuschneyden.
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Als aber niemand kam/ erwieß er sich drey Tag
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Jm offnen und entbot dem Gallas einen Schlag.
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Er aber wolte sich hierzu nicht groß verstehen.
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Es war jhm lieber hin nach Hagenau zu gehen/
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Das er belagerte/ jedennoch nicht gewann/
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und kostete der Ort ein etlich hundert Mann/
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Durch die aus Hagenau/ bald dort/ bald da erschlagen.
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Es war nun in der Zeit von Winterlichen Tagen/
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Weßwegen Gallassich um einen Ort beward/
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Sich und sein Voick/ das sehr durch
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Zu retten welches dann viel Oerter an dem Reyhne/
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Auch in der Weiterau und an dem krummen Meyhne/
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Bevor des Reiches Kern/ das Würtenberger land/
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Noch eins wie vor betraff. Besehet nun den Stand
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Vom über-alten Meyntz/ mit Schweden angefüllet.
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Es gieng ein tausend Mann/ vom Nebel starck verhüllet/
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Vor die Gustanus-Burg vom Feinde neu bewällt
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und zimlich starck besetzt. Doch es war so beställt/
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Daß man es eingewann/ eh es der Feind verspührte/
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Worauf man Stuck und Volck nach Meyntz gefangen
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führte/
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und alle Wercke so vergleichte/ daß kein Mann
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Von solcher Burg nunmehr was großes sehen kan.
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Hergegen setzte man das Franckenthal in Schrancken/
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und überkam den Platz fast über die Gedancken.
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Graf Manßfeld zog hinein/ der Weinßyeim aber ab/
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Es kam in Monats frist zu einer
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Dergleichen wolte man mit Hanau auch beginnen/
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Diß aber war ein Oet sehr schwerlich zu gewinnen.
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Man brauchte große Macht und eine lange Zeit.
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Die aber Ramsayh dort durch seine Tapferkeit
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Seyr nichtig hat gemacht. Den Ort mit Macht zu haben/
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So say man drey Armeen vor solchem sich vergraben.
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Da war Lamboyens Macht/ da war des Manßfelds Heer/
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und was
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Als nur des Hessen Macht und Leßlen Heer zum wachen/
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umb der Belagerung ein kurtzes Ziel zu machen.
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Sie zogen wieder ab/ geschlagen müd und matt/
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und ließen diesen Ort an diesen/ der es hatt’.
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Hergegen wurde dort Ameneburg von Hessen
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Belagert und es blieb auch Hirschfeld unvergessen/
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Man nahm sie beyde weg. Ein mehrers thaten sie
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Der Gößischen Armee/ und offt mit schlechter Müh/
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So/ daß sie endlich sich geiwungen must erheben
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und alles Hessen-Land um das von Francken geben.
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Der Hatzfeld folgte nach.
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Brach Gallas und sein Volck vor Hunger wieder auff/
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Gieng mit dem Lothringer/ Lamboyen/ Jsolanen/
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Mit Piccolomini/ Forgatzen und de Granen/
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Ein viertzig tausend starck/ stracks in Burgundien ein.
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Und war der erste Platz/ den er bekam/ Fontein.
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Hier folgte Mirebeau/ Dyon war Zweifels ohne
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Beängstet/ noch vielmehr die Stadt
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Die man sehr hart beschloß mit zwantzig tausend Mann.
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Man schoß und griff den Ort mit großem Eufer an.
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Die Frantzen/ diesen Ort nicht gern verlassend/ sehen
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um Mittel diesem Heer mit Ernst zu widerstehen.
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Zu schlagen war nicht Raht/ jhr Heer war viel zu klein/
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Es must’ ein ander Werck hier vorgenommen seyn.
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Der Ort war fest genug/ der Mangel war an Leuthen/
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und zwar an einem Häupt/ das in dergleichen Streiten
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Erfahren. Lang bedacht/ sprach man dem Rantzau zu/
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Und hielt der Frantzen Sinn Burgundjens gantze Ruh
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In dieses Mannes Hand ergeben. Er voll Wunden/
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Die er vor Dole kriegt’/ und noch fast unverbunden/
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Gieng jhr Begehren ein kam über den Morast
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Zwerg weaig in die Stadt und milderte die Last/
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In dem er Morgens früh sich aus den Pforten machte/
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und mit geringer Hilff den Feind vom Stande brachte/
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Zum schnellen fliehen trieb/ acht hundert Mann erschlug/
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Die Stück eroberte/ den Brand ins Pulver trug.
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Damit war diese Stadt befreyet/ und die Feinde
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Zerstoben. Gallas und der Lothringer/ zween Freinde/
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Geriethen in den Zwist und meynte jener recht/
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Es hielte Gallas sich in seinem Ampte schlecht.
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Er hätte so verstärckt vielmehr verrichten können/
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Er müste seinem Herrn/ dem Käyser/ wenig gönnen
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Wahr ists/ es war nicht mehr mit dieser großen Macht
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Gethan/ als nur das Land in großen Brand gebracht.
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Damit so gieng er durch. Von viertzig tausend Seelen
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Vermochte man mit Müh die Hälffte nicht zu zählen.
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Die großen Wassergüß’ und böse Zeit vom Jahr
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Ergriffen jhn so schnell/ daß es kaum möglich war
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Von dannen loß zu seyn. Die meisten Karr- und Wagen
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Besteckten in dem Koth. Ein jeder muste tragen
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So viel jhm möglich war. So kahl kam man davon.
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Auch blieben über diß die Stück in
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Und doch galt Gallas viel/ als ein Soldat von Rathen/
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Er blieb auch lebenslang in unsers Käysers Gnaden.
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Noch größer aber war die Gnade/ die Pariß/
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Voraus sein großer Herr/ anjetzt an dier bewieß/
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An dier/ du großer Fürst von Weymar. Deine Thaten
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Die waren durch den Neyd selbselbst dahin gerathen.
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Du warest wert und lieb. Was nur beehren mag
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Das brachte dieser Hof zu deiner Ehr’ an Tag.
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Ich schweige die Geschenck und theuere Jubelen/
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Gold/ Volck und was man dier noch weiter zu ließ zählen/
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Als ein verdientes Werck. Auf dieses machtestu
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Dich wieder in das Feld. Die höfsche Lust und Ruh
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War dir nicht angebohrn. Du hattest deine Jugend
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und größre Jahre Zeit allein zur Helden-Tugend
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Gewöhnet/ welche mehr nach blancken Waffen schaut/
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Als was der zarte Hof für Dantz-gerüste baut.
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Es war dein nechster Weg nach deinen Krieges-Scharen/
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Die jetzund in dem Zug nach Elsas-Zabern waren/
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Das sich in Monats Frist in deine Hände gab.
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Hierauf so schlugestu ein Theil von Feinden ab/
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Die sich um Blanckenberg/ Blamont und Ramberts weiler
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Jm Lande Lothringen mit Gallas/ jhrem Pfeiler/
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Bezeigten. Welches dann die drey besagten Plätz’
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Auch selbst dahin bezwung/ das Weymarsche Gesetz
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Zu lernen. Diesem nach gieng er/ die Winter-Plagen/
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Die nun beginneten/ was bässer zu ertragen/
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Vom Feld’ und satzte sich in guten Städten ein.
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Jm Frühling ruffte man jhn wieder nach der Sain
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Ins mächtige Paris/ demselben mitzutheilen
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Was man beschlossen hatt’. Er/ sonder viel verweilen/
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Kam hin und wieder her. Kaum/ daß jhn seine Schar
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Empfieng/ erblickte man die Feinds Parthey/ da war
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Der Fürst von Lothringen mit vielen andern Hauffen/
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Das Vesontiner Feld mit Menschen-Blut zu tauffen.
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Der Sieg war aber so/ daß Carls seine Macht
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Geschlagen und er selbst kaum wurd’ hinweg gebracht.
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So nah stundt jhm sein Tod. Worauf der Feind- Zer-
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Sich nach dem Reyhne zog/ und bald bey Wittenweyer
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und Reinau eine Brück erbauet’/ über Reyhn
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Zu gehn/ und muste sie auch bald umschantzet seyn.
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Diß alles war verbracht den Feinden groß zum Schaden.
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Daher sich Jean de Wert/ ein Außbund der Soldaten/
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Sich bald dahin begab und einen Anfall that/
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Der aber disesmal ihm nur geschadet hat.
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Es blieb ein zimlich Volck Diß alles unerwogen/
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Kam er zum andernmal mit Macht hinan gezogen/
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und sah zum andernmal/ wie jhn sein Glück betrog.
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Worauf der Weymar-Held vor manche Schlösser zog/
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und bald besiegete zum Vortheil seiner Scharen/
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Weil solche Plätze voll von Lebens Mitteln waren.
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Hierzwischen machte sich der wolbenahmte Held/
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De Wert/ zum drittenmal sehr mächtig in das Feld/
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Die wolverwahrte Brück’ an Reynau zu bestürmen/
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Doch er wurd’ itzt/ wie vor/ durch mächtiges beschirmen
266
Des Weymarischen Volcks/ seher häßlich abgesetzt/
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Jhm selber wurd’ hiedurch ein Wangentheil verletzt/
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Und hat er diesesmal vier hundert Mann/ 2. Stücke
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und mehrers eingebüßt. Hört aber was für Glücke
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Sich jhm hierauf erwieß. Der Weymar-Held brach auff
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und war der Reuterey fast-Wind-geschwinder Lauff
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Gerad nach Ensißheim. Diß glücklich eingenommen/
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Sah man das gantze Heer hin in das Suntgau kommen/
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Da es den Winter durch sich zu verpflegen blieb.
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Einmal nach Müh in Ruh/ ist jedem Menschen lieb.
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Diß nahm de Wert in acht/ und sah daß man den Frantzen
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Die offt-bestürmte Brück mit allen jhren Schatzen
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Vertrauet hatt’. Er kam/ that einen Sturm darauff/
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und trieb das Frantzen-Volck sehr schleunig auf den Lauff/
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Gewann den Ort/ den er von stunden an ließ schleiffen/
281
Aus Sorge daß sein Feind/ jhn wieder anzugreiffen/
282
Nicht leichtlich ruhen würd. In dem diß hier verlieff/
283
That dort der Wälsche Mann/
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Auf des von Weymars Macht/ in Meynung große Thaten
285
Zu würcken/ welches jhm nicht bässer hat gerathen
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Als dem von Lothringen/ der hier Gesellschafft that.
287
Der Löu vernichtete des Fuchsen List und Raht.
288
Die Sonne kam/ des Frosts sein Regiment zu schwächen/
289
Diß mahnete den Held von Weymar aufzubrächen/
290
Was wichtigers zu thun. Es war in stiller Nacht/
291
Da er sich über Reyhn mit aller seiner Macht
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Nach Seckingen begab. Diß schleunig eingenommen/
293
Ist er nach Bicken hin/ nicht weit von Basel kommen.
294
Hier auf nach Lauffenburg/ Er kam bey beyden ein/
295
und wolt’ auch über diß im festen Reinfeld seyn.
296
Er satzte sich hierum/ beschloß es mit beschüßen.
297
Als die belägerte sich nichts bewegen ließen/
298
Schoß er viel Feuer ein/ und quälte Tag und Nacht.
299
Diß alles reitzete die Käyserliche Macht
300
Dem Ort Entsatz zu thun. Sie kam mit großen Scharen/
301
Worbey de Wert/ Lamboy und der Savelli waren/
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Sverreuter/ Enckefort/ Goliz/ Neuneck/ Fürstenbergk/
303
Die legten alle Hand an die Entsatzungs Werck.
304
Der Weymar diese Macht vermärckend/ ließ die Schan-
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Gieng in das freye Feld und fällte seine Lantzen
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Den Feinden in die Stirn. Es gieng zu einer Schlacht/
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Die dauerte so lang/ biß daß die tunckle Nacht
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Das Metzeln unternam. Noch kunte man nicht sagen
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Wer
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und auch zur neuen Schlacht. Kein C
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Pompejus/ Sapio/ Gambriv/ und die so viel
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Von Thaten kuntig sind/ vermochten so zu streiten
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Als man auf diesen Tag von diesen beyden Seiten
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Ein grimmig fechten sah. Wir sahen eine Schar
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Von Löuen/ derer Zorn ein flammend Feuer war.
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Der wolte Reinfelds Hilff/ der dessen Herscher heißen/
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Es sparte keiner nichts. Nach einem langen schmeißen
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und würgen fiel der Sieg
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Da lagen tausend Feind’ in einer langen Ruh/
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Vier tausend musten sich gefangen lassen nehmen/
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Und Reinfeld muste sich hierauf auch bald bequemen/
322
Weil Muth und Macht erlag. Wie/ war auch wol ein
323
Held
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Von diesem gantzen Heer/ der weiter in das Feld
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Zu gehen mächtig war? Sie wurden mit einander
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(lamboyen außgesetzt) dem Sächschen Alexander
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Gefangen eingebracht. De Wert und Enckefort
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Die musten nach Paris/ und weiter an ein Ort
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Das wol bewahret ist/ ein Heyl des Horns zu werden/
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Savelli aber drung mit List durch die Beschwerden/
331
Die die Gefangenschafft mag geben. Diß gethan/
332
Fieng man mit Retelen/ mit Neu- und Friedburg an.
333
Sie aber sonder Macht/ so großer Macht zu steuern/
334
Ergaben sich. Was Post war dieses bey den Beyern
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und noch viel mehr zu Wien? Hieran war nicht genug/
336
Man that nicht lang hierauf noch einen größern Zug/
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Den drey Armeen nicht vermochten abzuwenden.
338
Halt ein
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Stehstu im schreiben mir hinfüro nochmals bey/
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So sage wie es dort mit den Banirschen sey.

(Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Georg Greflinger
(16201677)

* 01.01.1620 in Regensburg, † 01.01.1677 in Hamburg

männlich

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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