Den Deutschen. Eine Vision

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Georg Herwegh: Den Deutschen. Eine Vision (1843)

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Ich hatt' ein seltsam Traumgesicht:
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Da saß Gott Vater zu Gericht
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Und rief jedwede Nation
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Herbei, vor seinen Sternenthron.

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Die Völker kamen in dichten Haufen,
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Just wie sie waren, angelaufen:
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Die Britten, Russen und Franzosen,
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Die letzten, wie immer, ohne Hosen;

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Selbst China und die Mongolei,
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Auch ein Stück Polen war dabei.
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Und als der Herr die Völker zählte —
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Ei, sieh! das deutsche Reich noch fehlte.

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„wo bleiben denn meine Deutschen wieder?
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Recken sie noch die faulen Glieder?
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Sie könnten, seit ich sie begraben,
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Doch endlich ausgeschlafen haben!“

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Drauf hieß er 'nen Engel zur Erde springen,
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Die Siebenschläfer heraufzubringen.
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Der Engel lief in Deutschland herum:
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War Alles still, war Alles stumm.

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„ihr Deutschen, wollt ihr nicht aufstahn?
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Die Ewigkeit geht eben an!“
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Der Engel blies in lichtem Zorn,
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Wie toll, in sein himmlisch Jägerhorn.

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Doch eh' sich die Deutschen zusammengefunden,
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War längst der jüngste Tag verschwunden,
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Hatt' Alles seinen Lohn empfangen —
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Den Deutschen ist Himmel und Höll' entgangen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Georg Herwegh
(18171875)

* 31.05.1817 in Stuttgart, † 07.04.1875 in Lichtental

männlich, geb. Herwegh

revolutionärer deutsch-schweizerischer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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