AnEMONS und ADONIS Blumen

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Hans Assmann von Abschatz: AnEMONS und ADONIS Blumen (1704)

1
An diesem wilden Ort/ auff dieser rauhen Spitze/
2
Wo stille Lufft/ wo Sonn und Sommer Gäste seyn/
3
Wo ich für Frost halb todt bey lauher Asche sitze/
4
Begeh ich doch mit Lust des werthen Tages Schein.
5
Ein Lied/ ein schlechter Reim soll meine Nimphe binden:
6
Geschencke/ die ihr werth/ sind um kein Geld zu finden.

7
Verzeihe mir/ im Fall nicht gutte Reimen flüssen/
8
Ein grobes Holtz vertritt der zarten Feder Amt/
9
Der Schnee ist mein Papir/ doch zeuget mein Gewissen/
10
Daß dieser kurtze Wunsch aus reinem Hertzen stammt.
11
Des Himmels Gunst laß ihn im Winter auch bekleiben/
12
Und einen gutten Wind zu deiner Wohnung treiben!

13
Es müsse so viel Lust dein edles Hertz erfreuen/
14
Als mein Gemütte Schmertz und Trauren in sich hegt!
15
Es müsse so viel Glück und Wohlfart dich beschneyen/
16
Als dieser hohe Berg gefrorne Tropffen trägt.
17
Es kan dir nimmermehr so wohl und glücklich gehen/
18
Daß mein getreuer Wunsch dabey wird stille stehen.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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