32.

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Friedrich Rückert: 32. (1839)

1
Die Seele trägt ein Maß des Schönen selbst in sich,
2
Daher dem Menschen stets auch seine Liebe glich.

3
Dein schwarzer Bruder denkt sich schwärzlich seine Schöne,
4
Der Zwerg als Zwergin, und als Riesin Riesensöhne.

5
Und der vollkommne Mensch setzt in den Aufenthalt
6
Des höchsten Himmels selbst die menschliche Gestalt.

7
Es will der Menschengeist in andern Gotteswelten
8
Kein anderes Vernunftgeschöpfe lassen gelten.

9
Er will der Mittelpunkt der Schöpfungskreise seyn,
10
Des Schöpfers Ebenbild und Schöpfungszweck allein.

11
Doch andre Wesen sind noch denkbar außer dir,
12
In ihren Kreisen das, was du in deinem hier.

13
Du hast für sie kein Maß, sie keins villeicht für dich,
14
Und halten, so wie du dich hältst, für einzig sich.

15
Doch wenn sie höher stehn als du und heller sehn,
16
Begreifen sie wol dich, die du nicht kannst verstehn.

17
Jemehr du aber dich enthebst den engen Schranken,
18
Erweiterst du die Welt mit liebenden Gedanken.

19
Du freuest dich, daß auch in andern Sfären walten
20
Vernunftweltordnungen und Glaubensheilanstalten.

21
In jedem Himmelskreis, in allen Erdenkreisen,
22
Laß nur auf ihre Weis' ihr Höchstes alle preisen.

23
Den eignen Glauben sollst du dir nicht lassen rauben,
24
Allein auch rauben sollst du keinem seinen Glauben.

25
Und eiferig bekämpf' an dir und andern künftig
26
Nur was unmenschlich ist, unschön und unvernünftig.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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