69.

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Friedrich Rückert: 69. (1839)

1
Das Ewige, das ganz genoßen Göttersöhne,
2
Ward Menschen dreigetheilt das Wahre, Gute, Schöne.

3
Denn käm' es ungetheilt, des Menschen schwache Sinnen
4
Riss' überwältigend das Ew'ge ganz von hinnen.

5
Drum hat es sich getheilt, nur in verschiedner Weise
6
Den Sinn zum Ewigen vorzubereiten leise.

7
Das Wahre wird gewahrt vom geist'gen Sinn, dem Sinnen;
8
Das Gute wohnt verhüllt dem Sinn des Guten innen.

9
Nur zu erscheinen hat das Schöne sich getraut
10
Dem äußern Sinne selbst, das Schöne wird geschaut.

11
Die beiden wollten auch durchs dritte sichtbar werden,
12
Zum Schönen sprachen sie mit flehenden Geberden:

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Versprich uns, nie zu gehn ins Menschenaug' allein,
14
Ohn' uns in Geist und Herz zu führen mit hinein.

15
Sonst wird der blöde Geist das Wahre kaum gewahr,
16
Und nicht dem Herzen wird das Gute göttlich klar.

17
Du sollst das Wahre ihm bewähren, ja gewähren,
18
Das Gute sollst du ihm verklären, ja verklären.

19
Und dir, o Schönes, ist der Vorzug mit geschenkt,
20
Daß er als Gutes selbst dich fühlt, als Wahres denkt.

21
Nur wenn wir so in ihm ergänzend uns vereinen,
22
Wird ganz das Ewige im Endlichen erscheinen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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