IiI

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Eduard Mörike: IiI (1838)

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Ein Irrsal kam in die Mondscheingärten
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Einer einst heiligen Liebe.
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Schaudernd entdeckt' ich verjährten Betrug.
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Und mit weinendem Blick, doch grausam,
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Hieß ich das schlanke,
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Zauberhafte Mädchen
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Ferne gehen von mir.
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Ach, ihre hohe Stirn,
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Drin ein schöner, sündhafter Wahnsinn
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Aus dem dunkelen Auge blickte,
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War gesenkt, denn sie liebte mich;
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Aber sie zog mit Schweigen
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Fort in die graue,
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Stille Welt hinaus.

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Von der Zeit an
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Kamen mir Träume voll schöner Trübe,
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Wie gesponnen auf Nebelgrund;
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Wußte nimmer, wie mir geschah,
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War nur schmachtend seliger Krankheit voll.

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Oft in den Träumen zog sich ein Vorhang
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Finster und groß in's Unendliche
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Zwischen mich und die dunkle Welt;
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Hinter ihm ahnt' ich ein Haideland,
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Hinter ihm hört' ich's wie Nachtwind sausen;
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Auch die Falten des Vorhangs
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Fingen bald an, sich im Sturme zu regen:
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Gleich einer Ahnung strich er dahinten,
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Ruhig blieb ich und bange doch:
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Immer leiser wurde der Haidesturm —
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Siehe! da kam's.

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Aus einer Spalte des Vorhangs guckte
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Plötzlich der Kopf des Zaubermädchens,
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Lieblich war er und doch so beängstend.
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Sollt' ich die Hand ihr nicht geben
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In ihre liebe Hand?
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Bat denn ihr Auge nicht,
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Sagend: da bin ich wieder
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Hergekommen aus weiter Welt?

(Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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