An meinen Vetter

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Eduard Mörike: An meinen Vetter (1838)

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Lieber Vetter! Er ist eine
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Von den freundlichen Naturen,
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Die ich
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Denn sie haben wirklich etwas
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Sonniges in ihrem Wesen.
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Es sind weltliche Beamte,
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Rechnungsräthe, Revisoren,
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Oder Cameralverwalter,
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Auch wohl manchmal Herrn vom Handel,
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Aber meist vom ältern Schlage,
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Keinesweges Petitmaitres,
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Haben manchmal hübsche Bäuche,
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Und ihr Vaterland ist Schwaben.

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Neulich auf der Reise traf ich
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Auch mit einer Sommerweste
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In der Post zu Besigheim
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Eben zu Mittag zusammen.
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Und wir speisten eine Suppe,
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Darin rothe Krebse schwammen,
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Rindfleisch mit franzö'schem Senfe,
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Dazu liebliche Radieschen,
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Dann Gemüse, und so weiter;
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Schwazten von der neu'sten Zeitung,
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Und daß es an manchen Orten
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Gestern stark gewittert habe.

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Drüber zieht der wackre Herr ein
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Silbern Büchslein aus der Tasche,
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Sich die Zähne auszustochern;
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Endlich stopft er sich zum schwarzen
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Kaffee seine Meerschaumpfeife,
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Dampft und discurrirt und schaut in-
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mittelst einmal nach den Pferden.

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Und ich sah ihm so von hinten
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Nach und dachte: Ach, daß diese
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Lieben, hellen Sommerwesten,
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Die bequemen, angenehmen,
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Endlich doch auch sterben müssen!

(Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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