IiI. Zwei Liebchen

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Eduard Mörike: IiI. Zwei Liebchen (1838)

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Ein Schifflein auf der Donau schwamm,
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Drin saßen Braut und Bräutigam,
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Er hüben und sie drüben.

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Sie sprach: Herzliebster, sage mir,
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Zum Angebind' was geb' ich dir?

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Sie streift zurück ihr Aermelein,
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Sie greift in's Wasser frisch hinein.

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Der Knabe, der thät gleich also,
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Und scherzt mit ihr und lacht so froh.

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Ach, schöne Frau Done, geb' sie mir
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Für meinen Schatz eine hübsche Zier!

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Sie zog heraus ein schönes Schwert,
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Der Knab' hätt' lang so eins begehrt.

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Der Knab', was hält er in der Hand?
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Milchweiß ein köstlich Perlenband.

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Er legt's ihr um ihr schwarzes Haar,
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Sie sah wie eine Fürstin gar.

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Ach, schöne Frau Done, geb' sie mir
19
Für meinen Schatz eine hübsche Zier!

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Sie langt hinein zum andern Mal,
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Faßt einen Helm von lichtem Stahl.

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Der Knab' vor Freud' entsezt sich schier,
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Fischt ihr einen goldnen Kamm dafür.

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Zum Dritten sie in's Wasser griff:
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Ach weh! da fällt sie aus dem Schiff.

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Er springt ihr nach, er faßt sie keck,
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Frau Done reißt sie Beide weg;

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Frau Done hat ihr Schmuck gereut,
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Das büßt der Jüngling und die Maid.

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Das Schifflein leer hinunter wallt;
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Die Sonne sinkt hinter die Berge bald.

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Und als der Mond am Himmel stand,
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Die Liebchen schwimmen todt an's Land,
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Er hüben und sie drüben.

(Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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