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Weil schon vor so viel hundert Jahren,
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Da unsre Väter noch Heiden waren,
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Unser geliebtes Schwabenland
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So lustig wie ein Garten stand,
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So sah der Teufel auch einmal
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Vom Michelsberg in's Maienthal
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Und auf das weit bebaute Feld.
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Er sprach: das ist ja wohlbestellt;
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Hier blüht, wie einst im Paradies,
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Der Apfelbaum und schmeckt so süß!
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Wir wollen dieses Gartens pflegen,
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Und soll sich erst kein Pfaff drein legen!
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— Solch Frevelwort des Satans hört
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Der Herr im Himmel ungestört,
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War aber gar nicht sehr ergezt,
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Daß sich der Bock zum Gärtner sezt.
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Damals im deutschen Reich herum,
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Daß er, des heiligen Geistes voll,
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Den himmlischen Weinstock pflanzen soll;
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So rückt er nun auch zum Michelsberg.
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Das kam dem Satan überzwerch,
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Thät ihm sogleich den Weg verrennen,
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Ließ den Boden wie Schwefel brennen,
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Hüllet mit Dampf und Wetterschein
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Das ganze Revier höchst grausam ein,
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Geht selber auf den Heiligen los,
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Der stand aller irdischen Waffen bloß,
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Die Hände sein zum Himmel kehrt,
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Rief: Starker Gott! leih mir ein Schwert!
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Da zückt herab, wie ein Donnerstreich,
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Erzengel Michael sogleich.
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Sein Flügel und sein Fußtritt dämpft
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Das Feuer schnell, er ficht und kämpft
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Und würgt den Schwarzen blau und grün,
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Der hätte schier nach Gott geschrien;
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Schmeißt ihn der Engel auch alsbald
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Kopfunter in den Höllenspalt,
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Schließt sich der Boden eilend zu,
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Da war's auf Erden wieder Ruh,
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Die Lüfte flossen leicht und rein,
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Der Engel sah wie Sonnenschein.
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Unser heiliger bedankt sich sehr,
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Möcht' aber noch ein Wörtlein mehr
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Mit dem Patronen gern verkehren,
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Deß wollte Jener sich erwehren,
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Sprach: Jetzo hab' ich keine Zeit.
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Da ging Herr Bonifaz so weit,
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Daß er ihn faßt an seiner Schwingen,
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Der Engel ließ sich doch nicht zwingen,
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War wie ein Morgenrauch entschlüpft.
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Der Mann Gottes stund sehr verblüfft.
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Ihm war, wie er mit dem Erzengel rang,
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Eine Feder, gülden, schön und lang
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Aus dem Fittig in der Hand geblieben.
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Jezt thät er sie schnell in Mantel schieben,
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Ging eine Strecke fort und sann:
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Was fang ich mit der Feder an?
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Nun aber auf des Berges Rand
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Ein kleiner Heidentempel stand,
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Noch in der lezten Römerzeit
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Luna, der Mondsgöttin, geweiht
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Von Trephon, dem Feldhauptmann.
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Da nahm Bonifaz ein Aergerniß dran,
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Ließ also das Bethaus gleich fegen und lichten,
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Zur christlichen Kapell herrichten
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Und weihte sie auch auf der Stell'
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Dem theuren Erzengel Michael.
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Sein Bild, über'n Altar gestellt,
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Mit der rechten Hand die Feder hält,
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Die denn bei mancher Pilgerfahrt,
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Noch bis heute, hochverehret ward.