Storchenbotschaft

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Eduard Mörike: Storchenbotschaft (1838)

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Des Schäfers sein Haus und das steht auf zwei Rad,
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Steht hoch auf der Heiden, so frühe, wie spat.
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Und wenn nur ein Mancher so'n Nachtquartier hätt'!
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Ein Schäfer tauscht nicht mit dem König sein Bett.

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Und käm' ihm zu Nacht auch was Seltsames vor,
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Er betet sein Sprüchel und legt sich auf's Ohr,
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Ein Geistlein, ein Hexlein, so lustige Wicht',
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Sie klopfen ihm wohl, doch er antwortet nicht.

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Einmal doch, da ward es ihm wirklich zu bunt,
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Es knopert am Laden, es winselt der Hund,
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Nun ziehet mein Schäfer den Riegel — ei schau!
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Da stehen zwei Störche, der Mann und die Frau.

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Das Pärchen, es machet ein schön Kompliment,
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Es möchte gern reden, ach, wenn es nur könnt'!
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Was will mir das Ziefer? ist so was erhört?
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Doch ist mir wohl fröhliche Botschaft bescheert.

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Ihr seyd wohl dahinten zu Hause am Rhein?
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Ihr habt wohl mein Mädel gebissen in's Bein?
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Nun weinet das Kind und die Mutter noch mehr,
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Sie wünschet den Herzallerliebsten sich her?

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Und wünschet daneben die Taufe bestellt:
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Ein Lämmlein, ein Würstlein, ein Beutelein Geld? —
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So sagt nur, ich käm' in zwei Tag oder drei,
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Und grüßt mir mein Bübel und rührt ihm den Brei!

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Doch halt! warum stellt ihr zu Zweien euch ein?
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Es werden doch, hoff' ich, nicht Zwillinge seyn? —
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Da klappern die Störche im lustigsten Ton,
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Sie nicken und knixen und fliegen davon.

(Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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