* 37. Der schöne riechende Mund.*

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Hans Assmann von Abschatz: * 37. Der schöne riechende Mund.* (1704)

1
Ist dein Gesicht und Ohr vergnügt bey dieser Schönen/
2
Kanstu mit Lust den Kuß der Wangen wieder käun/
3
Durch weicher Glieder Schnee die kühne Hand erfreun/
4
Was wiltu ihren Mund und Athem viel verhönen?
5
Sol sie den geilen Koth der fremden Katz entlehnen/
6
Was nach dem Marder schmeckt/ in Haar und Kleider streun?
7
Wiltu Gewinn und Lust der Nase wegen scheun?
8
Geruch/ der schwächste Sinn/ darff Liebe nicht bekrönen.
9
Der Rosen Süßigkeit beleidigt den
10
Mit Aepffeln aus dem Stall erquickt sich
11
Dein eckelnd Haubt verschmäht/ was andre nach sich zeucht.
12
Was Ambra schwächt/ wird offt durch Asa frisch gemacht/
13
Wird Wild und Königskron’ um den Geruch veracht?
14
Am besten reucht die Frau/ die nach nichts fremden reucht.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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