Der LXXXII Psalm

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Der LXXXII Psalm (1709)

1
Gott stehet allezeit, und sieht auf die gemeine:
2
Wißt, götter! daß der HErr der götter richter heist.
3
Wie kommt es, daß ihr euch des rechtes nicht befleist?
4
Ein jeder nimmt geschenck, und siehet auf das seine.
5
Wie lange richtet ihr aus gunst und heucheley?
6
Schafft einst den armen recht, und springt den waisen bey!
7
Helfft dem, der dürfftig ist, und straft die falscheu tücken,
8
Damit die mächtigen nicht den geringen drücken!

9
Wiewohl! ihr bleibet taub, und lasset euch nichts sagen:
10
Jhr haßt das reine licht, und wolt im finstern seyn.
11
Drum geht der feste grund des landes wohlfarth ein:
12
Drum höret man das volck auf allen gassen klagen.
13
Der HErr hat wohl gesagt: Daß ihr die obrigkeit,
14
Daß ihr des Höchsten söhn’, und daß ihr götter seyd;
15
Jhr werdet aber doch, wie schlechte menschen sterben,
16
Und als tyrannen einst in tieffer angst verderben.

17
Drum mache dich selbst auf, und höre das gewinsel,
18
O GOtt! weil niemand hört, der nicht geschencke kriegt,
19
Du siehest, wie das land fast in dem tode liegt.
20
Das elend, das hier herrscht, entwirfft kein zarter pinsel;
21
Der reichen herrschens-sucht und ungerechtigkeit
22
Ist deinen heiligen ein unaussprechlich leyd.
23
Damit es nun vor sie nicht unerträglich werde,
24
So komm, o HErr der welt! und richte selbst die erde!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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