Leanders abschied von Floretten

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Leanders abschied von Floretten (1709)

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Leander, dem vorlängst an Dobroborens quellen
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Der vorsatz, sich nur blos der weißheit heimzustellen,
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Die süsse poesie durchaus versaltzen hat;
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Kam dennoch, als ihn nächst sein liebster Thirsis hat:
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Er möchte doch mit ihm in fremde felder schauen!
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Auf einen andern sinn; Indem er aus den auen,
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Die ihn bißher ergetzt, an jenes ufer gieng,
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Wo seine flöte noch an einer linde hieng,
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Die er begierig nahm und in den stillen gründen,
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Wo um Floretten sich die holden Musen finden,
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Den abschied, der itzt folgt, in seine flöte sang,
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Daß ufer, wald und feld von dem gethön erklang.
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Ach! rief er: Zörnet nicht! zörnt nicht, gerechten sterne!
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Daß ich mich wiederum von dem gelübd entferne!
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Die sünd ist freylich gros; allein sie ist so schön,
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Daß ich gezwungen bin, sie dennoch zu begehn,
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Wenn eure strahlen auch zu scharffen blitzen würden.
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Wiewohl! ihr thut es nicht; Jhr wißt wohl, daß die hürden
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Der lieb und poesie brunn und behältniß sind:
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Wenn nun die Hypocren’ aus allen bächen rinnt,
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Und eine schäferin die alten funcken rühret,
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Die nebst der lieblichkeit verstand und tugend zieret,
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Wie kan es anders seyn, als daß Leanders hand
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Die flöte, so sein mund aus andacht nächst verbannt,
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Aus lieb itzt wieder nimmt? Doch nehm ich sie schon wieder;
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So soll sie dennoch gleich, so bald die abschieds-lieder
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Den reinen wunsch erfüllt, wie vor, verworffen seyn.
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Jhr aber, feld und thal! nehmt meine klagen ein!
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Und du, o wiederhall! laß sie Floretten hören!
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Ach! daß die sternen doch der hoffnung schloß zerstören,
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So der gedancken hand so sinnreich aufgebaut.
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Du weist es, stiller wald! was ich dir anvertraut:
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Jhr bäume! wißt es auch, was ich in euch gegraben,
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Ob zeit und unfall gleich die schrifft vertilget haben.
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Des flusses tieffe schos trägt so viel tropffen nicht,
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Als dieser rosen-busch, wo Venus blumen bricht,
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Gebrochne seufftzer führt, so meine brust gebohren.
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Doch wo gerath ich hin? Macht mich der schmertz zum thoren?
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Was sing ich? Ach Florett’! ich weiß nicht, wo ich bin,
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Der wind der traurigkeit führt meine geister hin.
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Ich bin, als wie ein kahn, auf ungestümen fluthen;
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Indessen kanst du doch leicht meinen zweck vermuthen,
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Obschon kein förmlich wort aus meinen lippen fliest,
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Weil deiner augen witz auch die gedancken liest.
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Wiewohl, du kanst es fast in jeder mien’ erblicken,
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Leander müsse sich auf einen abschied schicken.
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O abschied voller pein! Hier starrte zung und mund:
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Der augen nasser blick gab seine wehmuth kund:
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Es ließ die kalte faust die leichte flöte fahren:
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Und endlich sanck er selbst, da, wo er vor zwey jahren
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Mit seinem Seladon vergnügt und tichtend saß,
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Vor tieffer mattigkeit in das bethaute gras.
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Es hatte nur sein geist sich wieder aufgeschwungen,
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So rieff er: Blätter! kommt und werdet mir zu zungen,
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Und saget, was so schwer von meinen lippen geht!
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Doch weil ihr allesammt noch zugeschlossen steht,
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Und mich der süsse mund der holden nachtigallen
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Jtzt nicht vertreten kan; so laß mein schwaches lallen,
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Beliebte schäferin! dir nicht entgegen seyn!
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Erzürnst du dich doch nicht, wenn deine schafe schreyn;
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Doch was vergleich ich mich mit den beglückten schafen,
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Die immer um dich sind, an deiner seite schlafen,
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Und die manch sanffter strich von deiner hand ergetzt,
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Vor der die wolle sich nicht weich und sauber schätzt,
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Ja, die mein schlechter mund nicht würdig ist zu küssen.
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Florette! gute nacht! ich muß mein lallen schliessen:
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Denn die verwirrung läst mir nichts gereimtes zu.
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Florette! gute nacht! du leitstern meiner ruh!
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Ich darff nicht länger mehr an deinen grentzen weiden:
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Der himmel nöthigt mich, itzt in ein land zu scheiden,
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In dem zwar vieles ist, was mich vergnügen kan;
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Doch treff ich dich, mein kind! und meinen freund nicht an:
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So kan das paradies mir selbst verdrüßlich werden,
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Und also bleib ich doch, krieg ich schon hundert heerden
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Und tausend felder ein, betrübt und unvergnügt:
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Wofern der himmel nicht einst das gelücke fügt,
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Daß dein’ und meine schaf’ aus einem bache trincken:
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Daß der bemooste brunn, in den die sterne sincken,
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Wenn sich Florettens bild in sein crystall versenckt,
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Auch einst mein spiegel wird; und, was mein hertze denckt,
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Doch eine zarte furcht mir nicht vergönnt zu sagen,
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Der zephyr aber längst Floretten zugetragen,
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Einst in der that geschicht! Ach hoffnung! lebe wohl!
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Ich weiß wohl, daß man nicht auf thürne trauen soll,
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Die deine hände nur auf sand und träume bauen.
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Drum lebe wohl! mein kind! ich soll dich nicht mehr schauen.
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Der turtel-taube girrn, die mich vorlängst gekennt,
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Hat uns auch wohl gesagt, daß uns der himmel trennt;
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Und also soll ich dich nicht ferner singen hören,
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Mein lied wird auch nicht mehr Florettens ruh verstören:
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Es soll kein rosen-krantz, den du gewunden hast,
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Um meine schläfe blühn. Das urtheil ist gefaßt;
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Doch hat es, holdes kind! dein kiel nicht unterschrieben:
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So ist gleichwohl ein blat der hoffnung übrig blieben:
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Ein blat, das scharffe lust zwar bald entführen kan;
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Das aber, scheinet es Florettens gunst nur an,
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Mir dennoch fähig ist, viel süsses anzudeuten.
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Verlohrne fantasie! ich muß von dannen schreiten.
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Florette! gute nacht! Und du, mein Seladon!
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Der schäferinnen lust, der Musen liebster sohn,
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Leb allezeit vergnügt! ich muß auch dich verlassen,
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So sehr ich auch gewünscht, dich ewig zu umfassen:
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Dich, dessen liebe mich so ungemein ergetzt:
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Dich, dessen netter vers mich in verwundrung setzt:
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Dich, dessen stimme blos Florettens stimme weichet,
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Und der mein heisrer thon auch nicht das wasser reichet.
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Beliebter Seladon! O angenehmer tag!
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Da ich an deiner seit’ in diesem walde lag!
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Da wir zum zeit-vertreib auf linder flöte spielten,
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Und den erhitzten fuß in dunckeln schatten kühlten!
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Jtzt ist es aus, mein freund! der himmel macht den schluß:
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Daß ich so wohl von dir, als von Floretten, muß.
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Getreuer Seladon! annehmlichste Florette!
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Wie reist’ ich so vergnügt, wenn unsre freundschaffts-kette
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Durch stete gegenwart ein festes kleeblat wär!
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So führt der guckguck itzt den reise-geist daher,
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Der lauter trennung macht. O trennung voller schmertzen!
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Wiewohl! du trennest nur den leib, doch nicht die hertzen:
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Und daß die nahmen auch selbst nicht geschieden seyn,
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So schneid ich sie geschränckt hier in drey fichten ein,
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So wie mein hirten-stab sie schon vorlängst getragen.
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So schloß Leanders mund die tieffen abschieds-klagen,
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Und that, wie er gesagt. Zwar soll er noch zuletzt,
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Eh’ er den schweren fuß von dannen fortgesetzt,
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In einen eichen-baum so viel geschrieben haben:
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Leanders hertze liegt nicht weit von hier begraben,
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Und wo du wissen wilst, wovon er sich noch regt?
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So wisse: Daß sein leib ein fremdes hertze trägt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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