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Tapffrer feldherr unsrer zeit! der sich läst vom himmel treiben,
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Und, als wie ein helles licht, nirgend kan verschlossen bleiben:
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Der bey regen, sturm und wetter seinen fuß zu felde lenckt,
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Und die angereitzten schwerder in der feinde blute tränckt!
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Teutschland kennet deinen muth, wie du in so vielen zügen
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Bey der unerschrocknen welt längsthin einen ruhm bestiegen:
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Von so manchen donner-schlägen ist dein frisches hertz erweckt,
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Eisen, pulver, spieß und feuer haben dich niemahls erschreckt.
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Norden blies auf süden los, daß die stärcksten mauren bebten,
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Und die länder allbereit zwischen thür und angel schwebten;
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Doch der nord-wind wich mit schrecken von den steilen felsen ab,
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Da sich deinem aufgebote sund und insul untergab.
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Preussen neunt dich Hannibal; Denn die auf und nieder strichen
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Sind vor deinem paucken-schall biß an ihren ort gewichen:
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Der bißher noch freche sieger ließ dir selbst die sieges-fahn,
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Denn du hattest in dem treffen als ein Hercules gethan.
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Also hat dein starcker blitz auch in Ofen eingeschlagen,
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Und, was ehmahls hat geherrscht, muß anitzo fessel tragen;
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Sehet! sprach der grosse kayser, was allhier ein Teutscher thut,
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Denn sein tropffen überwieget hundert tonnen Türcken-blut.
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Drauf erfolgte der triumph, da die feld-trompeten klungen:
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Da vor deiner sieges-pracht die erhitzten hengste sprungen:
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Da die sclaven deinen füssen nur ein schemmel wolten seyn:
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Hiemit zog der schöne sieger, als ein welt-bezwinger ein.
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Darum liebt der Sachsen Mars dein so ritterliches wesen,
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Daß er dich vor unser heyl hat zum werckzeug auserlesen:
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Diesem bleibst du Agamemnon, der vor Troja triumphirt:
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Und bist wie ein ander Pyrrhus, der Achillens waffen führt.
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Zeuch mit deinem David hin, daß des milden himmels güte
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Deinen küraß, helm und stahl stets mit segen überschütte!
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Unser trost, Johann George, schaffe diesen grentzen ruh!
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Ja er schliesse, wie Augustus, dreymahl Janus tempel zu!
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Leucoris wird ihren sohn hinfort ihren vater nennen,
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Und als eine dienerin gegen ihn aus liebe brennen;
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Gnung, daß diese werthe mutter einen adler hat gezeugt,
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Der nunmehr den Sächschen him̃el wieder zu uns kindern neigt.