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Komm! so ruffet itzt der Rhein: Komm! so muß die
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Theurer Churfürst! komm zu uns! Denn die feinde sind
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Jtzo hat zu zweyen mahlen GOtt ein solches werck gethan,
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Daß die ungemeinen siege kaum die nach-welt glauben kan.
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Komm! und laß dein hohes haupt mit dem lorbeer nun be-
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Der dir schon geflochten ist. Denn die ehr und sieges-cronen,
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Die ein ander Maccabäus und ein Gideon empfängt,
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Werden an den pyramiden deines nahmens aufgehengt.
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Denn du must der Atlas seyn, welcher Leopoldens himmel,
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Das ist, unser Teutsches Reich, mitten in dem kriegs-getümmel
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Durch ein patriotisch hertze tapffermüthig unterstützt,
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Und mit volck, mit rath und sorgen die gekränckte freyheit stützt.
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Komm! vergnüge wiederum deiner treuen lande sehnen!
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Komm! und laß die ewigkeit dich mit solchem segen crönen,
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Welcher, weil der welt-bau stehet, dir wird unverwelcklich seyn!
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Komm! so muß die Donau sagen: Komm! so ruffet itzt der
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Bleib! so spricht Angustusburg: Bleib! so muß die Saale rüffen:
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Theurer Churfürst! bleib noch hier! Denn durch dich sind uns
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Zu gantz ungemeinem ruhme biß in graue zeit gebaut,
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Da man dich, als eine sonne, auf dem weissen felsen schaut.
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Ach! du kanst doch nimmermehr deine güte nicht verneinen:
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Deine holde gegenwart muß uns noch zur freude scheinen:
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Deine freundschafft, deine liebe, küsset unsern Salomon:
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Und die armen bürger tragen auch ein gnaden-theil davon.
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Denn da hier, auf alten brauch, nach dem manne ward geschossen,
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Hat die schützen-compagnie so ein stoltzes glück genossen,
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Das vorher noch nie gewesen, schwerlich auch wird wieder
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Denn du legtest das gesetzte gleich den andern auch mit ein.
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Doch das glücke wolte sie noch zu grössern ehren bringen:
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Da man siebenfach certirt, must es dennoch so gelingen,
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Daß das loos vom haupt-gewinnste bloß vor dich gefallen
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Und man dich, nach schützen-rechte, nun als ihren könig
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Zwar vor dich, Durchlauchtigster! ists ein schlechtes ding zu
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Deine chur und deine macht läst uns einen fürsten kennen,
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Der an königlicher würde keiner fremden crone weicht;
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Aber uns ists eine freude, die biß an die wolcken reicht.
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Ja nächst diesem ist es uns, als ein glücklich
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Wie du hier als könig bist und als sieger eingeschrieben;
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So wird rechter sieg dich crönen. Selbst der himmel macht
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Daß der feind der teutschen freyheit sich vor Pfaltz noch bie-
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Nun wir haben deine huld auch recht königlich gespühret,
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Weil sich noch ein tropffen blut in der bürger adern rühret:
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Und so lange die gesellschafft dieser schützen wird bestehn;
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Soll der preiß von deinem nahmen nun und nimmermehr
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Ziehst du endlich von uns hin? Ey so zeuch mit tausend segen!
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Dir geht dort dein Düsseldorff in entzückter lust entgegen:
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Hier begleiten dich die hertzen, daß dir danckbarkeit und treu,
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Gleich den eignen unterthanen, unterthan und eigen sey.