An Seine Hochfürstl. Durchlauchtigkeit den jüngern Hertzog von Würtenberg- Oels, da Dieselben auf der Universität Franckfurth bey öffentlicher jubel-feyer, und in hoher gegenwart Sr. Königlichen Majestät von Preussen, Dero bißher ge- tragenes amt, als Magnificentissimus niederlegten. B. N

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Christian Hofmann von Hofmannswaldau: An Seine Hochfürstl. Durchlauchtigkeit den jüngern Hertzog von Würtenberg- Oels, da Dieselben auf der Universität Franckfurth bey öffentlicher jubel-feyer, und in hoher gegenwart Sr. Königlichen Majestät von Preussen, Dero bißher ge- tragenes amt, als Magnificentissimus niederlegten. B. N (1709)

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Darff ich, da der Helicon
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Sich an allen ecken reget,
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Und sein froher jubel-thon
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Fast die gantze Marck beweget,
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Das mit augen anzuschaun,
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Was wir von den güldnen tagen,
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Was wir von den Musen sagen:
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Darff ich, sag ich, mich getraun,
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Da wo tausend flöten klingen,
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Theurer Printz! ein lied zu singen.

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Ach! so hoffe nicht ein lied,
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Das Achillen dort ergetzte,
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Als sein grimm von glied zu glied
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In die schaar der feinde setzte;
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Phöbus sinnt auf süsse zeit:
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Phöbus, der dich, Herr! ersehen,
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Seiner heerde fürzustehen:
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Phöbus, der sich, Herr! erfreut,
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Daß du seinem gantzen orden
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Bist zum tugend-bilde worden.

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Grosses hertze! zürne nicht,
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Wo ein theil der frühen stunden,
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Die du auf den krieg gericht,
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Dir bey dieser ruh verschwunden!
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Helden müssen helden seyn,
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Eh der degen sie entdecket,
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Trotz und blinde kühnheit schrecket;
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Aber weißheit dringet ein:
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Aber weißheit herrscht und sieget,
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Wenn der muth im staube lieget.

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Schau! da kommt ein könig her.
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Hundert tausend hohe sorgen
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Machen ihm den abend schwer,
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Hundert tausend auch den morgen:
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Gantz Europa sieht auf ihn:
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Jedem soll er hülffe schaffen;
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Gleichwohl sieht man bey den waffen,
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Die ihn tag und nacht bemühn,
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Die viel stoltze feinde kräncken,
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Jhn auch an den Pindus dencken.

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Eh’ er nach dem throne gieng;
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Pflantzt er sitze der gelehrten:
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Eh’ er seine cron empfieng;
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Crönt er, die die tugend ehrten:
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Baut der Pallas vor ein haus,
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Sprach er, an der kühlen Saale!
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Baut! rief er zum zweyten mahle:
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Dann so führt auch meines aus!
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Pallas hat ihr haus beschritten:
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Seines ist kaum in der mitten.

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Warum thut er dieses doch?
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Weil die weißheit ihn erzogen.
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Also blieb ihr Cäsar noch,
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Da er Rom besaß, gewogen.
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Als der grosse Scipio
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Mit den wilden Mohren kämpffte:
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Als er dich, Carthago! dämpffte;
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War er doch des abends froh,
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Wenn er nach so saurem schwitzen
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Konte bey den Musen sitzen.

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Dencke, Printz! einmahl daran!
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Muth und hertze wird dich treiben,
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Wo man seinen nahmen kan
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In das buch der sterne schreiben;
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Aber wenn du ausgekriegt,
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Wenn die kräffte werden brechen,
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Wirst du doch noch einmahl sprechen:
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Wohl dem, der sich selbst besiegt!
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Wohl dem, der auf Aons höhen
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Kan in stiller ruhe gehen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau
(16161679)

* 01.01.1616 in Breslau, † 18.04.1679 in Breslau

männlich

deutsch-schlesischer Lyriker und Epigrammatiker, Politiker und Diplomat

(Aus: Wikidata.org)

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