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Geldern liegt und bücket sich,
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Starcker Held! zu deinen füssen;
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Und Europa sieht durch dich
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Frölich seinen feldzug schliessen.
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Du fiengst ihn am ersten an,
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Dort, als Bonn dir muste weichen;
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Jtzund hast du ohne leichen,
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Herr! wer sieget so, wie du?
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Andre opffern gantze heere;
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Deines nimmt im felde zu,
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Als ob es zu hause wäre.
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Wenig tausend mann von dir,
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Die doch keinen sturm gewaget,
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Schreiben ihm gesetze für.
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Prahlt, ihr Frantzen! wie ihr pflegt,
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Daß ihr Landau weggenommen;
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Wer mit so viel wunden schlägt,
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Hat sehr wenig einbekommen.
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Blut verschwenden ist kein ruhm:
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So kan auch ein Barbar kriegen;
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Aber ohne schaden siegen,
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Ist der helden eigenthum.
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So schlug Josua vor dem;
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Heute thut es unser König.
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Vielen ist die macht bequem;
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Seinem sieg ist sie zu wenig,
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Weil es zwar durch volck geschehn,
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Aber auch muß so gerathen,
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Daß man gleich aus Friedrichs thaten
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Kan die thaten GOttes sehn.
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Wer erkennt sie nicht allhier?
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Wer gesteht, o preiß der helden!
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Nicht gantz williglich mit mir?
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Daß man nichts von dir kan melden,
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Daß man nichts von dir erticht,
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Was nicht GOttes finger lencket,
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Was du nicht, eh man es dencket,
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Schon viel grösser ausgericht.
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Deine wercke sind bekannt,
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Und man darff sie nicht erst sagen.
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Wer noch zweifelt, mag dein land,
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Mag die feinde selber fragen.
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Diese zittern, wo du bist;
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Jenes, wenn du von ihm eilest;
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Weil doch, wo du dich verweilest,
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Auch zugleich sein leben ist.
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Unvergleichlicher Regent!
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Du herrschst vielen zum exempel.
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Wer dich nur von weitem kennt,
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Wird auch gleich dein ehren-tempel;
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Wer dich aber näher schaut,
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Wird, wohin er sich auch wendet,
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So durch deinen hof geblendet,
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Daß er kaum den augen traut.
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Herr! ist es denn wunderns-werth?
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Da ich gar dein lob gesungen:
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Daß ich da mein brod begehrt,
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Wo man mir mein hertz bezwungen.
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Mancher hätte brod für mich;
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Doch ich bin nicht mehr zu binden,
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Denn man kan wohl herren finden,
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Aber keinen solchen held,
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Der fast täglich neue thaten
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Meiner Mus’ entgegen stellt,
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Wenn sie will in schlaf gerathen.
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Dieses, Herr! macht mich allein,
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Wär ichs nicht, zu deinem sclaven:
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Warum muß des glückes hafen
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Mir denn stets verschlossen seyn?