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Jhr Musen! helfft mir doch! Ich soll schon wieder singen,
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Und ein verliebtes paar in Teutsche verse bringen:
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Und zwar in Schlesien. Jhr kennt diß land und mich,
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Jhr wißt auch, wenn ihr wolt, wie vor Budorgis sich
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Zum theil an mir ergetzt. Jetzt scheinen meine lieder
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Jhm, wo nicht gantz veracht, doch mehr, als sonst zuwider.
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Mein reim klingt vielen schon sehr matt und ohne krafft,
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Warum? Ich träuck ihn nicht in muscateller-safft;
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Ich speis’ ihn auch nicht mehr mit theuren amber-kuchen:
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Denn er ist alt genung, die nahrung selbst zu suchen.
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Zibeth und bisam hat ihm manchen dienst gethan:
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Nun will ich einmahl sehn, was er alleine kan.
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Alleine? fraget ihr: Ja, wie gedacht, alleine.
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Denn was ich ehmahls schrieb, war weder mein noch seine,
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Hier hatte Seneca, dort Plato was gesagt;
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Da hatt’ ich einen spruch dem Plautus abgejagt;
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Und etwan anderswo den Tacitus bestohlen.
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Auf diesem schwachen grund, ich sag es unverholen,
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Baut’ ich von versen offt damahls ein gantzes hauß,
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Und ziert’ es noch dazu mit sinne-bildern aus.
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Wie öffters muß ich doch der abgeschmackten sachen,
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Wenn ich zurücke seh’, noch bey mir selber lachen;
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Gleichwohl gefielen sie, und nahmen durch den schein,
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Wie schlecht er immer war, viel hundert leser ein.
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Ha! schrie man hier und da; für dem muß Opitz weichen
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Ja, dacht ich, wenn ich ihn nur erstlich könt’ erreichen!
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Den willen hätt’ ich wohl. So, wie ich es gedacht,
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So ist es auch geschehn. Ich habe manche nacht
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Und manchen tag geschwitzt; allein ich muß gestehen,
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Daß ich ihm noch umsonst versuche nachzugehen.
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O grausamer Horaz! was hat dich doch bewegt,
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Daß du uns so viel last im tichten aufgelegt?
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So bald ich nur dein buch mit nutz und ernst gelesen;
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So ist mir auch nicht mehr im schreiben wohl gewesen.
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Vor kamen wort und reim; itzt lauff ich ihnen nach:
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Vor flog ich himmel-an; itzt thu ich gantz gemach.
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Ich schleiche, wie ein dachs, aus dem poeten-orden,
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Und bin mit grosser müh kaum noch dein schüler worden.
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Kommt, sprech ich offtermahls, gold, marmel und porphir!
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Nein, deuck’ ich wiederum, flieht, fliehet weit von mir!
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Jhr seyd mir viel zu theur bey diesen schweren jahren,
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Ich habe jung verschwendt, ich will im alter spahren.
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Und also bin ich nicht mehr nach der neuen welt:
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Denn ich erfinde nichts, was in die augen fällt.
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Was wird denn Schlesien zu meinen versen sagen?
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Es sage, was es will; Ich muß es dennoch wagen.
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Wir haben hier ein paar, bey dessen liebes-gluth
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Cupidens blinder rath nicht das geringste thut.
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Denn beyde wissen schon, wie man sich muß vermählen;
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Drum brauchen sie kein kind zum führer zu erwehlen.
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Ja, sprichst du, ist es wahr? so sind sie nicht verliebt.
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Sie sind es und weit mehr, als andre, die betrübt
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Und voller herben quaal in Venus hölle schwitzen,
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Die bey der grösten freud in tausend sorgen sitzen,
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Des morgens halb verrückt, des abends närrisch seyn,
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Von ihrer Margaris auf allen gassen schreyn:
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Und dennoch weder sie, noch auch sich selber kennen.
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Ach! solche leute sind ja billich arm zu nennen,
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Denn sie verhandeln offt, o trauriger gewinn!
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Für eine kleine lust ihr gantzes glücke hin.
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Hochwerth-geschätzte braut! wie wohl ist ihr geschehen,
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Daß sie in ihrer lieb auf nichts, als GOtt, gesehen.
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Er that allein den spruch bey ihrer ersten wahl;
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Er thut, nach allem schein, es auch das zweyte mahl.
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Cupid und Venus sind gemahlte fabel-götzen,
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Die wir, ich weiß nicht wie, in unsre lieder setzen,
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Offt aber nicht verstehn. Sie sind die böse lust,
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Wenn ich es sagen soll, die manchen unbewust
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Aus seinen schrancken reißt. Und doch will man sich mühen,
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Durch weit-gesuchten ruhm sie allem vorzuziehen.
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Es wird kein paar getraut, sie haben es entzündt;
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Wie aber schickt sich GOtt, wo Belial sich sindt?
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Bey heyden gieng es hin, weil doch die gantzen schaaren
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Der götter halb erticht und halb von menschen waren:
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Allein nachdem die schrifft sie alle längst zerstreut,
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So sind wir ja wohl blind, daß uns ihr lob erfreut.
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Wir siegen über sie und treten sie mit füssen,
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Weil wir nunmehr den weg zur liebe besser wissen.
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Geehrt’ster bräutigam! ich weiß, er fällt mir bey:
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Denn sein exempel zeigt, was kluge liebe sey.
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Es war in einer frau viel gutes ihm verschwunden;
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Heut hat er alles das in seiner braut gefunden,
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Und warlich noch weit mehr. Denn wer ist, der nicht spührt,
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Daß sie der himmel selbst mit seinen händen führt?
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Als sie und Regius vereint zusammen kamen,
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So wuste sie, als kind, noch nicht der liebe nahmen;
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Jtzt da sie es versteht, so sieht man sie getraut,
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Eh sie sich nach der welt im lieben umgeschaut.
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Was kan ich anders denn als gutes prophezeyen?
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Gott hat allhier gepflantzt, GOtt hat auch das gedeyen
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Schon längsten abgezielt: Jhr solt stets so beglückt,
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Als diesen tag verliebt, und immer so entzückt,
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Als heute glücklich seyn! Ich wolte zwar was schreiben;
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Allein wo käm ich hin? Wo würd ich endlich bleiben?
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Mein Phöbus zürnt ohn dem, daß ich zu frey geträumt,
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Und so viel zeilen hier so flüchtig hingereimt.