11. Die Schöne Stumme

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Hans Assmann von Abschatz: 11. Die Schöne Stumme (1704)

1
Du/ die du bist versteckt in ewig stillem Schweigen/
2
Bist stumm/ und machst dein Lob durch hundert Zeugen
3
kund/
4
Zwingst tausend Hertzen/ die von deiner Liebe wund/
5
Des schönen Mundes Ruhm zum Sternen machen steigen.
6
Die Rosen sicht man auch Corallne Lippen zeigen/
7
Die Liljen göldne Zung’/ und dennoch schweigt ihr Mund.
8
Durch Schweigen birget man des schlauen Hertzens Grund.
9
Das kluge Schweigen ist dem Witz/ der Demuth eigen.
10
Ein leer Versprechen stellt den Magen nicht zur Ruh;
11
Die Liebe lässet sich mit Worten nicht vergnügen.
12
Wenn deiner Schönheit noch die Sprache wüchse zu/
13
Ihr würden allzuviel von dir gefesselt liegen.
14
Wärn auch so stumm/ wie du/ die falschen Wasser-Frauen/
15
So würde man sie schön und nicht betrüglich schauen.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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