1. Das schöne Kind

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Hans Assmann von Abschatz: 1. Das schöne Kind (1704)

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Ihr Nimphen/ (und die ihr das Frauenzimmer ehrt)
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Last ein geneigtes Aug auff diß Gedichte fliessen/
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Das euer hohes Lob auff neue Weise mehrt.

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Schaut einen Blumen-Mäy im frühsten Lentz entsprissen.
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Da kaum die Morgenröth uns zeigt der Sonnen Licht/
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Und wir schon ihre Glutt eh fühln als kennen müssen.

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Es schwächt der kleine Leib den Ruff der Schönheit nicht:
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Den Demant seht ihr ja für grossen Steinen prangen
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Und wie die zarte Perl aus hellem Gold absticht.

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Scheut ihr den Blatter-Schmuck der überstickten Wangen/
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Die Hitz und Feuchte kocht? So pflegt ein neues Kleid
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Durch heiße Sonn und Bad der Adler zu erlangen.

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Klagt ihr das liebe Kind/ dem eine Last bereit
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Von seiner Buhler Zahl die müden Schultern drücket?
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Ach/ nennet sie vielmehr den Atlas dieser Zeit.

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Die/ deren lahmer Fuß sich nicht zum Lauffen schicket/
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Wird billig auch gelobt/ weil sie nicht so mit Eil
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Ihr angenehmes Bild von unserm Aug entrücket.

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Hat Fleiß und Zierligkeit bey Jener keinen Theil/
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Verwendet sie auff Putz und Ordnung wenig Sorgen/
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Sie beut/ was die Natur geschmückt/ mit Kunst nicht feil.

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Ein gelbes Wange will der Sonnen Farbe borgen:
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Manch Brunnenquell muß auch zur Zeit verstopffet seyn;
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Man holet Ros’ und Gold/ so gelbe/ weit von Morgen.

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(ein rothes Auge will des Feuers Farbe borgen/
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Durch neuer Flammen Glutt der Männer Hencker seyn:
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Matuta zeigt sich so in kühl-bethautem Morgen.)

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Die Nimphe/ die mit Fleiß zertheilt der Augen Schein/
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Weiß mit mehr Kunst und Gunst die Hertzen zu entzücken/
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Als wenn sie auff einmahl uns wolten äschern ein.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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