Bey Des Weyland Hoch- und Wohlgebohrnen Herrn/ HERRN Hanns Aßmann/ Frey-Herrn von Abschatz/ Auff Würbitz/ Nieder-Gölschau/ Ober- Bärschdorff/ Petschkendorff und Lede- rose/ rc. rc. Des Fürstenthums Liegnitz und zugehöri- ger Weich-Bilder Landes-Bestellten/ auch bey de- nen Zusammenkunfften der Hochlöbl. H. H. Für- sten und Stände in Breßlau Deputirt en/ Anno 1699. in der Oster-Woche in Liegnitz geschehenen Leidvollen Todes-Falle und Leich-Bestattung/ Zu wohlverdienten Ehren offerirten ihre mitleidigen Gedancken Dessen biß ins Grab Getreue Freunde

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Hans Assmann von Abschatz: Bey Des Weyland Hoch- und Wohlgebohrnen Herrn/ HERRN Hanns Aßmann/ Frey-Herrn von Abschatz/ Auff Würbitz/ Nieder-Gölschau/ Ober- Bärschdorff/ Petschkendorff und Lede- rose/ rc. rc. Des Fürstenthums Liegnitz und zugehöri- ger Weich-Bilder Landes-Bestellten/ auch bey de- nen Zusammenkunfften der Hochlöbl. H. H. Für- sten und Stände in Breßlau Deputirt en/ Anno 1699. in der Oster-Woche in Liegnitz geschehenen Leidvollen Todes-Falle und Leich-Bestattung/ Zu wohlverdienten Ehren offerirten ihre mitleidigen Gedancken Dessen biß ins Grab Getreue Freunde (1704)

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Wer in der weiten Welt sich soll vor andern zeigen/
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Mit einem hohen Geist und seltner Weißheit-
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Pracht/
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Zu selbtem pfleget sich des Himmels Gunst zu neigen/
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So bald des Schöpffers Hand des Lebens Anfang
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macht.
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Ein Zeugniß kan hiervon der
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ben/
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Das Kleinod Schlesiens und Wunder kluger Welt;
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Weil GOtt viel eher ihm als andern gab das Leben/
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Der sieben Monath nur ihm zur Geburth bestellt.
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Nun hat der Alten Witz nicht ungereimt erwiesen/
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Was die und jene Zahl vor andern würcken kan/
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Von Augustino wird die Sieben sehr gepriesen/
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Als hätte sie viel Krafft und Wunder offt gethan.
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Drum glaube ich gewiß/ es war ein glücklich Zeichen/
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Wodurch dem Seligsten ward gleichsam prophe-
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zeyt/
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Es würde seinem Geist an Hoheit keiner gleichen/
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Noch auch an Tugend-Schmuck und der Gelehrsam-
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keit.
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Was Wunder ist es denn? daß er nach sieben Jah-
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ren/
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Uns Blüthen nebst der Frucht/ als etwas Seltnes/
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weist/
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Wem ist wohl dieses Glück sonst iemahls wiederfahren/
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Das Phöbus ihn schon treibt und Verse machen
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heist.
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Mit Zeit und Jahren pflegt die Weißheit groß zu wer-
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den/
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Diß traff in Warheit auch bey unserm
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ein/
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Er scheute keine Müh/ und drang durch die Beschwer-
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den/
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Was anderen zu fchwer/ das must ihm leichte seyn.
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Deßwegen sahe man sein Haubt mit Ehren prangen/
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Da vieler Künste Glantz mit Perlen es geziert/
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Und in der Sterbligkeit den hohen Ruhm erlangen/
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Der seines Nahmens Lob biß zu den Sternen führt.
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Geh/ werthes Schlesien/ beweine deinen Todten/
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Des Klugheit iederzeit war deiner Wohlfarth Grund/
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Sein ungemeiner Witz zerriß viel Zweifels-Knoten/
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Worinn des Landes Heyl offtmahls verwickelt
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stund.
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Die Dienste sind zu groß/ die Liegnitz muß vermissen/
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Da ihm sein
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steht/
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Die Nach-Welt wird noch wohl bestürzt zu sagen wissen/
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Ach daß ein solches Licht so zeitlich hier ausgeht!
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Doch sein Verstand hat ihn in diesen Stand gesetzet/
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Daß er in hellem Glantz stets unauslöschlich scheint/
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Der
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tzet/
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Und der der Klugheit nicht wie die Tyrannen seind/
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Hat unsern Seligsten auch gnädigst angeblicket/
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Und ihn durch höhern Stand viel scheinbarer ge-
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macht;
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Es bleibt des Nahmens Ruhm so schöner ausgeschmü-
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cket/
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Und wird von Söhnen selbst in neuen Schein ge-
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bracht.
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Wiewohl sein Nahmen ist von ihm längst eingeschrie-
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ben
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Ins Buch der Ewigkeit/ o ungemeiner Ruhm!
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Dem Adel ist hierdurch ein wahres Beyspiel blieben/
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Daß Klugheit müsse seyn desselben Eigenthum.
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Und wer den Tempel nicht der Tugend ist durchgan-
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gen/
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Der kommet unverdient in Ehren-Tempel ein/
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Zu Rom kont einer gar diß Glücke nicht erlangen/
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Denn Tugend solt allein des Adels Quelle seyn.
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Man muß von andern nicht den besten Zierath neh-
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men/
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Und auff dem Hute nur mit Federn prangen gehn/
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Der Feder in der Hand darff sich kein Edler schä-
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men/
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Wer die zu führen weiß/ dem wird sie schöner
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stehn.
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Bewundert demnach doch des theuren
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ben/
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Der seinen Ahnen selbst durch Tugend Zierde giebt/
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Da vieler Unverstand sich will gantz stoltz erheben/
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Weil ihrer Eltern Witz war bey der Welt beliebt.
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Er aber pflegte bloß dasselbe zu verehren/
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Was selbst vor andern hat des Himmels Gunst er-
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höht/
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Das unser Tugend-Lob noch weiter kan vermehren/
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Damit des Nahmens Ruhm nicht in der Welt ver-
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geht.
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Drum muste auch sein Tod allein vom Himmel kom-
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men/
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Da er im Leben war des Himmels Ebenbild/
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Indem des Höchsten Hand ihn eilend weggenom-
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men/
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Und mit der Todes-Angst nicht lang’ sein Hertz er-
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füllt.
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Er hat den edlen Geist nicht also auffgegeben/
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Wie insgemein der Tod die Sterblichen hinrafft/
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Die nach demselbigen offt mit Verlangen streben/
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Wenn lange Kranckheit sie beraubt der Lebens-
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Krafft.
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Des Höchsten Rath-Schluß war/ er solte stehend ster-
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ben/
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Wie diß ein Käyser selbst im Alterthum begehrt.
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Und vor die Eitelkeit vollkommnes Glück ererben/
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Das GOtt nach treuem Dienst den Seinen bald ge-
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wehrt.
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Der Neid/ der insgemein zur Tugend sich gesellet/
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Der muß die helle Sonn izt wie die Eule fliehn.
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Und hat sein kluges Thun offt Momus gleich vergäl-
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let/
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So kont’ er doch dadurch nichts seinem Ruhm ent-
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ziehn.
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Gleich wie sein Leben nun war ungemein zu nen-
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nen/
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So ward es durch den Tod auch wunderbar ge-
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macht/
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Dieweil er nicht vermocht zwey Hertzen zu zertren-
119
nen/
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Die stets in Lieb und Tren einander hochge-
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acht.
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Denn diese dorffte nicht das Elend länger bauen/
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Mit der er höchst-vergnügt auff Erden war ver-
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mählt/
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Sie kriegt nächst ihrem Schatz den grossen GOTT zu
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schauen/
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Weil ihre Seel zugleich zum Himmel wird erwählt.
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Drum muß zu ihrem Ruhm man diese Grab-Schrifft schrei-
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ben:
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Das Paar/ das selbst der Tod auffs neu zusammen
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giebt/
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Muß in vollkommnem Ruhm und ewig glücklich blei-
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ben/
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Weil diß/ was andre trennt/ sie nicht einmahl be-
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trübt.

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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