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Ich schicke dir, mein schatz! kein eingebisamt schreiben,
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Nachdem du eckel selbst vor lieb und bisam hast:
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Ich kan in unsrer eh nicht länger eh-los bleiben;
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Diß ist es, was in sich mein gantzes schreiben faßt.
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Wie schwer kommt mich es an, die schwartze tinte brauchen!
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Ach möchte diese schrifft durchaus zinober seyn!
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Allein mein hertz und wunsch muß wie der berg verrauchen,
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Der in Jßländisch eiß hüllt seine flammen ein.
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Die winde, die in mir der liebe feur auffachen,
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Führ’n eitel unmuths-schnee aus deiner brust empor.
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Nichts kan dich zorniger als meine liebe machen,
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Ja unser sauer-sehn zeuchst du dem liebreitz vor.
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Dein demant-hertze wird dir mein betrübnis sagen,
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Wie dir ein löffel lust um nichts nicht feil gewest,
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Wie du offt einen kuß dem eh-herrn abgeschlagen,
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Und seinen mund geflohn mehr als ein wespen-nest,
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Den speichel ängstlicher als tödtend gifft verschmähet,
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Dich aber selbst dadurch zur natter nur gemacht,
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Den spinnen das gesicht, den rücken mir gedrehet,
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Dein bett und zimmer mir verschlossen jede nacht.
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Erwege deinen grimm nur selbst, und meine schmertzen,
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Dein schön-seyn locket mich, dein gram-seyn stößt mich weg,
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Magnet beseelt dein aug’, und demant steckt im hertzen,
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Dein arm verrücket mir den selbst gesetzten zweck.
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Du fleuchst für meiner gunst, wie schatten vor den füssen,
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Doch schwermt dein bild um mich, wie motten um das
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So offt ich aber dich umfangen will und küssen,
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Kan irrwisch und gespenst so bald verschwinden nicht.
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Ein amboß härtet sich nur von den hammer-schlägen;
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Je mehr mein hertze klopfft, je eiserner wirst du.
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Stein-eichen geben nach den winden und dem regen;
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Mein thräuend seufftzen legt dir nur mehr härte zu.
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So muß ich dich denn nur mit gallen-äpffeln speisen,
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Weil lieb und honig dir ein eckelnd essen ist.
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Und nun ich mehr verdaut, als strausse stahl und eisen,
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So hat der himmel mir gelindre kost erkiest.
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Ich bin zeither wie hartz vom wasser brennend blieben,
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Jtzt heischt mir die natur selbst warmen zunder ab.
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Ich hab ein neues band der heyrath unterschrieben,
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Mit einer, die dir selbst offt viel vergnügung gab.
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Die werd’ ich morgen mir den priester trauen lassen;
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Du aber solst hierdurch gantz nicht verstossen seyn.
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Mein lincker arm soll sie, die rechte dich umfassen,
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Du wirst zu deinem knie ihr zutritt ja verleihn!
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Sie wird als halbe magd dir händ und füsse küssen,
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Jhr blödes auge kennt der Hagar hochmuth nicht.
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Mein hertze soll dein bild vollkommen in sich schliessen,
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Wie wenn ein spiegel-glaß gleich in zwey stücke bricht.
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Daß eine seele nicht recht lieb zwey seelen hätte,
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Ist ein verdammter wahn, der eyfersucht ihr kind:
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Man sah zwey gräfinnen vergnügt in einem bette,
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Woraus sie in ein grab zu Erfurth kommen sind.
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Ein strom, der überläufft und fremde wiesen wässert,
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Läßt eigne bethe ja darum nicht unbenetzt;
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Von vielem schöpffen wird der brunnen-quell verbessert,
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Durch wechsel und gebrauch so lieb als stahl gewetzt.
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Ists aber auch ihr ernst, daß sie vor liebe grauen,
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Und keine süßigkeit von ihrem kützel fühlt,
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Kan sie um so vielmehr der lust vergnügt zuschauen,
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Die ihr nichts süsses raubt, und unsern durst doch kühlt.
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Die sonne sieht nicht scheel auf zwey, drey neben-sonnen,
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Wie daß sie, sonne! denn mit einer eyfern will,
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Die mein verhängnis eh, als ich, hat lieb gewonnen,
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Diß steckt dem lieben ja, wie allem, maas und ziel.
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Es ist der höchste witz, dem himmel beyfall geben,
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Wer seine schlüsse stürmt, der stürtzt sich selbst in graus;
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Der fürsten, wolstand ist, gemäß dem stande leben,
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Obgleich die wollust sich theilt in mehr röhren aus.
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Die eh ist ohne dem mit pfropffern unterstützet,
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Der fürsten stamm-baum ist, wie die, geartet nicht,
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Die mit viel zweigen stehn für sonn und sturm beschützet,
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Weil den zertheilten stock der äste last zerbricht.
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Was müh ich aber mich erst gegen dir vergebens,
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Daß du zufrieden möchst mit unserm schlusse seyn?
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Die klugheit, die du heist den circkel dieses lebens,
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Des glückes mittel-punct, die redet dir selbst ein.
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Zwar jedes ding sieht aus, nachdem es wird gedrehet,
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Scheint demant doch und gold offt glas und meßing kaum;
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Die tugend selber wird als laster offt geschmähet,
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Der neid wirfft auf napell und rosen seinen schaum.
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Dein urtheil aber fühlt den puls in allen sachen,
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Diß lässt ohn zweifel dir nicht mißfall’n unsern schluß.
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Der fährt mit crocodiln, und reitet auf den drachen,
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Der den begierden stets den zügel lassen muß.
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Auf solchen fall soll dir nichts an vergnügung fehlen:
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Ich und der Rhein wird dich als sonn und haupt verehr’n,
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So lange du nur die, der wir uns itzt vermählen,
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Wirst lassen monde seyn, und sie in nichts versehr’n.
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Wer aber sich auf sie wird was gelüsten lassen,
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Greifft biß zum hertzen uns den augen-apffel an,
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Der soll mit schimpff und ach von unsrer faust erblassen;
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Du weist wohl, was die rach erzörnter liebe kan.
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Willst du der einsamkeit denn deine tage weyhen,
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Und dich von bett, und tisch, wie vormahls, scheiden ab,
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Wird man das innre schloß zur wohnung dir verleihen,
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Das deiner bangsamkeit offt einen aufhalt gab.
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Du hast hieraus die wahl, auch witz, dich zu bestreiten,
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Nicht lege meinem thun mehr fluch als vorsicht bey,
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Und dencke, wenn wir ja auf diesem eise gleiten,
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Daß mancher Salomo hier gar gefallen sey.