Bey Des Weyland Hoch- und Wohlgebohrnen Herrn/ HERRN Hanns Aßmann/ Frey-Herrn von Abschatz/ Auff Würbitz/ Nieder-Gölschau/ Ober- Bärschdorff/ Petschkendorff und Lede- rose/ rc. rc. Des Fürstenthums Liegnitz und zugehöri- ger Weich-Bilder Landes-Bestellten/ auch bey de- nen Zusammenkunfften der Hochlöbl. H. H. Für- sten und Stände in Breßlau Deputirt en/ Anno 1699. in der Oster-Woche in Liegnitz geschehenen Leidvollen Todes-Falle und Leich-Bestattung/ Zu wohlverdienten Ehren offerirten ihre mitleidigen Gedancken Dessen biß ins Grab Getreue Freunde

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Hans Assmann von Abschatz: Bey Des Weyland Hoch- und Wohlgebohrnen Herrn/ HERRN Hanns Aßmann/ Frey-Herrn von Abschatz/ Auff Würbitz/ Nieder-Gölschau/ Ober- Bärschdorff/ Petschkendorff und Lede- rose/ rc. rc. Des Fürstenthums Liegnitz und zugehöri- ger Weich-Bilder Landes-Bestellten/ auch bey de- nen Zusammenkunfften der Hochlöbl. H. H. Für- sten und Stände in Breßlau Deputirt en/ Anno 1699. in der Oster-Woche in Liegnitz geschehenen Leidvollen Todes-Falle und Leich-Bestattung/ Zu wohlverdienten Ehren offerirten ihre mitleidigen Gedancken Dessen biß ins Grab Getreue Freunde (1704)

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Wie irrt der Menschen Wahn/ in irrdischem Ergötzen
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Den äuserlichen Schein der Warheit vorzusetzen.
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Man sucht am meisten das/ was unsern Leib vergnügt/
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Acht selbst der Seele nicht/ woran doch alles liegt.
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Die Fackel der Vernunfft will offt zu dunckel brennen/
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Daß wir uns/ wo wir seyn/ kaum bey uns selber kennen;
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Wir wandeln taumelnde frey in den Tag hinein/
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Als solte hier kein Tod/ und dort kein Himmel seyn.
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Doch wer sich nicht ein Kind der Finsterniß will nennen/
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Kan diesen Fehler leicht der blinden Thorheit kennen.
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Was unsern Leib erfreut/ sind Rosen kurtzer Zeit:
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Was das Gemütte ziert/ ein Schatz der Ewigkeit.
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Denn in der Seele wohnt ein Glantz von reinem Lichte/
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Was uns von aussen ziert/ wird offters bald zu nichte.
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Des Glückes schwacher Grund/ der Zeiten schneller
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Lauff
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Baun in der Ewigkeit nicht Ehren-Tempel auff.
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Der ist Bejammerns werth/ der seinen Sinn und Dencken
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Nur mit der kurtzen Zeit des Lebens will beschräncken.
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Pflantzt doch ein Gärtner wohl der Nach-Welt einen
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Baum/
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Wie schleust du selber denn dich in so engen Raum?
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Ein tugendhaffter Geist/ der nach der Krone strebet/
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Die uns vergöttern kan/ lebt wenn er nicht mehr lebet.
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Der Nach-Welt Ehren-Krantz wird ihm erst beyge-
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legt/
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Wenn man/ was Eitel hieß/ mit ihm zu Grabe trägt.
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Schaut unsern
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Wie ihr der Tugend Gold solt vor die Schlacken ehren/
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Wie man den rechten Grund zu wahrer Tugend legt/
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Und zwar die Rosen liest/ doch keine Dornen hegt.
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Er kandte gar zu wohl der Welt verstimmte Säiten/
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Und den Syrenen-Klang/ die ihrer viel verleiten;
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Er aber stopffte stets des Hertzens Ohren zu/
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Und blieb bey Sturm und Wind in Felsen-gleicher
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Ruh.
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Er wuste daß er sich nicht sey allein gebohren/
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Und hielt denselben Tag vergebens und verlohren/
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Wenn er nicht war bemüht mit Hertze/ Mund und
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Hand/
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Vor seines Käysers Dienst und vor sein Vaterland.
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Man wird doch allzusehr den theuren
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Der allen Rath und That zu geben war beflissen/
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Er war Demosthenes durch den gelehrten Mund/
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Er war Papinian in aller Rechte Grund.
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Nun muß der bleiche Tod diß alles überwinden/
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Wowider kein Verstand ein Mittel weiß zu finden.
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Wiewohl er hat allein den Cörper hingerückt/
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Seine Nahme bleibet doch den Sternen eingedrückt.
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Drum pflantzet um sein Grab zwar traurige Cypressen/
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Die man mit Thränen nezt/ doch bleibet unvergessen
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Auff die geweyhte Grufft auch Lorbern auffzubaun/
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Die unsre Nach-Welt soll in steter Blütte schaun.
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Indessen ruht der Leib in seiner duncklen Höle/
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Im Himmel lebt der Geist die hoch-erlöste Seele/
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Und auff des Grabes Stein wird dir zu gutter lezt/
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Wie deine Tugend werth/ der kurtze Reim gesezt:

(Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Hans Aßmann Freiherr von Abschatz
(16461699)

* 04.02.1646 in Q7999247, † 22.04.1699 in Legnica

männlich

deutscher Barocklyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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