Das Rennthier

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Barthold Heinrich Brockes: Das Rennthier (1740)

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Mein erfrorner Blick erstarrt, da ich wahres Eis, auch Schnee,
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Und von Eis - Gebirg - und Schollen, alles hier erfüllet, seh.
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Mich verblendet diese Weisse, die die schwarze Luft noch stärkt,
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Daß mein Auge kaum die Stralen der entfernten Sonne
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Welche, mit gefärbten Streifen, die beeiste Luft vergüldet.
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Wird denn hier, durch Schwärz und Schatten, Schnee und
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Doch was fährt daher? ein Rennthier. Möchte doch auch
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Daß ich es betrachten könnte! Gut. Es starrt, es stehet still,
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Und, als ob es sich von uns recht beschauen lassen will,
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Scheinet es, zum fernern Lauf, alle Kräfte zu verlieren.
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Welch ein stark und rasches Thier! welch ein prächtiges
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Das sich vorn und hinten streckt! wie ein Pferd ist es gemähnet,
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Einem Kalbe gleicht sein Haupt. Einige sind wild und frey;
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Andere sind, uns zum Dienst, zahm, und sonderbar gewöhnet.
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Dieses Thier nun zu erhalten, sind die Kosten gar nicht groß,
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Denn es kratzt, zu seiner Nahrung, ein verworfnes weisses Mooß,
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Das in öden Feldern wächst, selber unterm Schnee, herfür,
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Und dennoch sind Fleisch und Haut, Knochen, Sehnen, Milch
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Allesamt dem Menschen nützlich. Wird denn, auch in diesem
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Seines Schöpfers Weisheit, Allmacht, samt der Huld, nicht

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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