Der Rehe-Bock nebst der Geis und ihren Jungen

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Barthold Heinrich Brockes: Der Rehe-Bock nebst der Geis und ihren Jungen (1740)

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Hier weis wirklich unser Geist sich so bald nicht zu ent- schliessen,
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Ob er sehn soll, oder hören. Läßt er seine Blicke schiessen,
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Auf die Thiere, die sich regen, auf die Kunst und die Natur,
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Die in diesem prächtgen Garten, so durch Farben, als Figur,
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Majestätisch sich verbinden; reizt ein angenehmer Schall,
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Reizt ein sprudelndes Getös’, in dem weissen Wasserfall,
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Durchs Gehör sich zu vergnügen. Ja noch mehr, das laute
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Und das schmatzende Getön des geschäfftgen Böckleins hemmt
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Jhm, durchs Ohr, noch eine zeitlang dem Gebrauch der frohen
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Endlich aber sieht er wieder. Seht, wie sich das Thierchen stremmt
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Und mit kurzen Stößen zieht! In der kleinen Schenkel Biegen,
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Sieht man eine sanfte Lust. Und ein mütterlichs Vergnügen,
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Ein empfindliches Gefühl, in der Geis Zung, Aug und Ohr,
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Was ihr Innerstes empfindet, giebt sie äußerlich hervor,
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Und man siehet, was sie fühlet. Seht, welch einen ernsten Geist
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Der gestreckte Rehe-Bock, der der sanften Ruh geneust,
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Welchen muntern seine Zucht, in der raschen Stellung, weist.
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Aber seht doch auch dabey, wenn ihr diesen Abdruck sehet,
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Wie er, nebst dem schönen Urbild, unsers Schöpfers Macht

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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