An Herrn Doctorem Johannem Smidium der H. Schrifft Professoren zu Straßburg/ Hochzeitern

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Martin Opitz: An Herrn Doctorem Johannem Smidium der H. Schrifft Professoren zu Straßburg/ Hochzeitern (1624)

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Wann wir durchsuchen offt Historische Geschichten/
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Vnd vnser Sinnen Flamm auff alte Schreiber richten/
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So finden wir/ wie hoch manch Edler Küner Held
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Sein Namen in die Höh mit hohem fleiß gestelt/
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Wie
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Vnd seiner armen Krafft so weit durchbrechen lassen/
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Auff daß sein Scepter sey ein Herr der gantzen Welt/
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Vnd er hiemit verbleib der stärckeste Kriegsheld.
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Was der hochweise Fürst
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Der Vngerechtigkeit mit starckem Zaum vmbfangen/
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Vnd so die Billigkeit geharnischt außgerüst/
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Daß er derstattlichste Gesetz-vollbringer ist.
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Wie der
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Vornembst hat wollen in den Leib deß Menschen stellen/
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Daß er der Kranckheit feind ein new Gesundheitlegt/
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Vnd so dar von das Lob deß besten Artztes tregt.
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Wie
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Gedruckt in die Natur/ dieselbe zugewinnen/
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Vnd allen jhren Grund zusetzen in den Tag/
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Daß er also der best
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Wie deß
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Vnd durch deß Himmels feld/ durch Erd vnd Meer gedrungen/
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Vnd so ein schön gedicht zusammen auffgebawt/
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Daß man allein jhn für Poeten Fürst anschawt.
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Wie deß
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Als ein new Schöpffer/ new Natur/ hat dörffen machen/
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Vnd deß Gemühtes art so abgemahlt im schein/
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Daß er möcht alle zeit der beste Mahler sein.
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Wie
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Gelernet/ vnd sein Zung so starcke Wort erfunden/
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Daß er ohn Schlag/ ohn Stich so vil obsiegt/
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Vnd also auch den Ruhm deß besten Redners kriegt.
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Dergleichen Männer fleiß man könte vil erzehlen/
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Wie einem diß geliebt/ dem andern das zuwehlen/
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Daß er seins Namens Lob biß an die Stern erheb/
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Vnd biß ans End der Welt doch ohne Leben leb.
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Doch noch dergleichen that ich habe nicht vernommen/
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Daß einer auff ein Schlacht zweyfachen Sieg bekommen/
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Wie man Herr Breütigam diß von euch sagen kan/
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Daß jhr seyt einen Tag ein Doctor vnd Ehman.
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Ob
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Doch kan man jhn nicht mehr als einen Kriegsheld nennen.
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Ob gleich
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Jedoch er nun nicht mehr als ein Gsezsetzer bleibt.
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Ob gleich
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So hört er doch nicht mehr als eines Artztes Namen/
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Ob
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So wird er doch nichts mehr als ein
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Ob gleich
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Doch jhme man nichts mehr als eim Poeten glaubet/
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Ob gleich
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So ist es doch nichts mehr/ als eitel Mahlers pracht.
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Ob
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Doch wird man jhn nicht mehr als für ein Redner rechen/
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Doch jhr Herr Breutigam geht ein in diese Zeit/
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Daß jhr auff einen Tag Ehman vnd
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Ein
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Vnd alle Ketzerey mit starcker Stimm außreutten/
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Ein Ehman/ der erwerb ein solches Kriegsgeschlecht/
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Das nach deß Vaters art für Gottes warheit fecht.
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Ein
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Vnd auch das/ was sey recht/ was vnrecht sey/ erkläre:
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Ein Ehman/ dessen Hauß ein solchen Stammen trag/
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Der bring die Billigkeit/ das Vngerecht verjag.
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Ein
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Zwar nicht deß Leibes schad/ sondern der Seelen benlen:
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Ein Ehman/ dessen Tisch vmbwachse solches Kraut/
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Das theils der Seelen schmertz/ theils heyl deß Leibes haut.
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Ein
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Wie
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Ein Ehman/ dessen stärck bring solche
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Die auch erforschen köñ den abgrund der Natur.
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Ein
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In schöne rundigkeit mit Versen könne richten:
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Ein Ehman/ vmb den her solch Saam gestrewet werd/
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Darauß erwachsen soll ein new Poeten Herd.
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Ein
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Vnd der Dreyfaltigkeit abbilden helle Stralen:
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Ein Ehman/ der sein Hauß voll hab der Zweygelein/
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In den deß Vaters kunst gantz abgemahlt erschein.
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Ein
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Vnd seine kunst bekand durch schöne Red köñ machen:
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Ein Ehman/ den vmbring ein solches. Völckelein/
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Das Väterlicher sprach könn ein Nachfolger sein.
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Drumb sollen jetzo nun die Helden alle stehen/
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Vnd/ wie jhn jhres Lob entnommen werde/ sehen/
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Wo nicht Herr Bräutigam euch jhr zustand betrübt
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Vnd jhr deßhalben ein theil ewrer Ehr auffschiebt.
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Denn keinem ist so vil in einem Tag ergangen/
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Daß jhn zweyfacher Sieg/ zweyfache Ehr vmbfangen/
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Drumb theylt jhr ewer Ehr/ das so geschehen kan:
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Seyd

(Opitz, Martin: Teutsche Pöemata und: Aristarchvs Wieder die verachtung Teutscher Sprach. Straßburg, 1624.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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