Pastoral Vff Herrn Johan Zinckgrefen vnd Fraw Ma- ria Wildeisin Wittiben Hochzeit

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Martin Opitz: Pastoral Vff Herrn Johan Zinckgrefen vnd Fraw Ma- ria Wildeisin Wittiben Hochzeit (1624)

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Der Schöffer Philopœmen
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Hoch auff der Hardt thet stehn/
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Einsmorgens/ als die Strämen
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Der Sonn vff wolten gehn/
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Er sah sie an mit frewden/
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Wie sie so kleblichblicktr
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Vber die breite Heiden/
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Die in dem Reinthal ligt/

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Wie schön das Weiß vnd Rote:
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Am Himmel sich verjüngt:
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Er sprach: mir dieser Botte
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Anmüthig Zeitung bringt/
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Wie wañ vieleicht mein Sonne:
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Mir jenseit auch vffgieng/
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Was brechten mir für wonne
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Meim Hertzen diese ding?

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Dann wann ich thue betrachten:
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Der Alten Schöffer sag/
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So sein nit zuverachten
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Der Götter Zeichen Tag/
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Er thete sich vffmachen/
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Wolt suchen Abenthewr/
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Sein Schäflin zubewachen/
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Befahl er seim Nachbeur.

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Er setzet vber Rheine
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Den König aller Flüß/
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Auff daß er sändt das seine/
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Daß ermit fügen küß/
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Er kam ans Neckers Flosse
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Wohl in dem Jetter grundt/
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Da Friedemar der grosse
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Der Schäfer Mayer wohnt.

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Die Sonn thet nun erreichen
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Das höchste Himmelsziel/
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Der Hitz wolt er entweichen/
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Nach schatten stundt sein will/
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Er sucht die schönste weiden/
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Die stunden am Gestadt/
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Darunder er wolt beiden/
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Vnd bey sich suchen rath.

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Gar bald Er that ersehen
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Isis die Schäferin/
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Nit fern im Busche stehen/
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Mit gantz betrübtem Sinn/
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Ihrs Schäfers Todt sie klaget/
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Das Leide selbst sie ziert/
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Manch trostloß Wort sie saget/
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Manch seufftzen sie da führt.

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Er sah sie an/ vnd höret
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Ihrer klagreden viel/
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Sein Sinn sie jhm betöret/
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Ihr weiß jhm wohl gefiel/
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Er meint sie wer so wilde/
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Gleich wie jhr Nahmen laut/
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So fandt er sie gar milde/
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Er wolte sie zur Braut.

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Vmb sie allein Er freyet/
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Bekam jhr drei zumahl/
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Deß glücks er wardt erfrewet/
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Es dörffte keiner Wahl/
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Er sprach/ Ihr seit mein erste
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Vnd auch mein letzte Pein/
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Sie sprach: Ihr seit der letste
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Vnd doch der liebste mein.

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Dieweil sie nun mit dreyen
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Allbeide zehlen thun/
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So woll jhn Gott verleyen/
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Daß dreymahl drey von nun
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Vnd bald kom an den Reien/
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Das dritte Kindelein/
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Vnd mach mit seinem schreyen
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Das zehnd gesetz hierein.

(Opitz, Martin: Teutsche Pöemata und: Aristarchvs Wieder die verachtung Teutscher Sprach. Straßburg, 1624.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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