Die Jagt deß Cupido

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Martin Opitz: Die Jagt deß Cupido (1624)

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In der schönesten der Zeiten/
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Wenn verjüngt wirdt alle Welt/
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Wann die Flora Blumen spreiten
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Thut/ durch Wisen/ Wald vnd Feldt/
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Kam der Venus Sohn gegangen/
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Eh sich Lucifer eräugt/
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Eh
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Vnd goltgelbes Haare zeigt/
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Venus lag ohn sorg vnd zagen
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Gantz deß sanfften Schlaffes voll/
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Mutter/ sagt er/ ich geh jagen/
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Vnder deß gehabt euch wohl/
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Da erwachte die Göttinne/
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Sprach: Cupido liebes Kindt/
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Weil du dieses hast im Sinne/
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Sey es gerne dir vergünt/
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Vnd ich wünsche daß dein Bogen/
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Richtig schiesse für vnd für.
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Wann du dann diß Werck vollzogen/
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Komm auch wieder her zu mir.
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Diß derhalben zu vollführen/
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War er baldt zur Jagt bereit/
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Nicht zur Jagt nach wilden Thieren/
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Wie Adonis vor der Zeit/
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Sondern daß er möchte zwingen/
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Diese grosse weite Welt/
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Vnd in seine Netze bringen/
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Was der Himmel in sich helt.
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Als der Zeyhyrus vernommen/
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Was das Kind gesonnen wer/
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Ist er mit der
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Zu verkünden diese Mähr/
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Doch thät er sich plötzlich nähen/
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Eh man für jhm fliehen kundt:
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Eh man seiner sich versehen/
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Hat er schon sehr viel verwundt.
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Also wirdt sehr offt betrogen
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Die gelehrte Nachtigall/
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Eh sie kaum hinzu geflogen/
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Ist sie kommen schon zu fall/
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Juppiter/ der Donnerkeile
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Nur für Spiel vnd schertze helt/
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Wardt durch dieses Kindes Pfeile/
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In der Buhler zahl gestellt/
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Ph
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Pluto war an Golde reich/
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Es kont jhnen doch nicht nützen/
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Es war Amor alles gleich/
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Mars der sonst sich außzurüsten
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Vnd zu streitten war bedacht/
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Sauget an der Venus Brüsten/
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Vnd vergaß der Kriegesmacht/
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Bacchus wuste nichts von Trauben/
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Gantz entzündt in susser Pein/
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Muste Liebes Speise klauben/
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Thränen giessen vor den Wein/
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Eolus ließ Nort vnd Osten/
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Pan ließ Schaf vnd Hirten stehn/
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Götter vnd Göttinnen musten
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Nach des Kindes Willen gehn/
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Alle Menschen wurden innen/
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Wie Cupido sehr geschwindt/
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Wie er jhren Muth vnd Sinnen
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Mit dem Pfeil regieren künt.
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Alles wurde gantz verheeret/
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Alles war mit Leyd erfüllt/
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Biß sich hat der Tag gekehret/
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Vnd die Sonn jhr Haupt verhüllt/
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Da flog Amor heim zur stunden/
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Zeigte seiner Mutter an/
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Wie er alles vberwunden/
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Wie jhm alles vnderthan.
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Bald hat sie jhn angenommen/
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Vnd am Nectar voll gemacht/
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Biß der süsse Schlaff ist kommen/
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Vnd jhn hat zu Ruh gebracht.

(Opitz, Martin: Teutsche Pöemata und: Aristarchvs Wieder die verachtung Teutscher Sprach. Straßburg, 1624.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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