Vber des Hochgelehrten vnd weitberůmbten Danielis Heinsij Niderländische Poemata

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Martin Opitz: Vber des Hochgelehrten vnd weitberůmbten Danielis Heinsij Niderländische Poemata (1624)

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Ihr Nymphen auff der Maaß/ jhr Meer einwohnerinnen
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Hebt ewre Häupter auff/ erhöhet ewre Sinnen/
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Frew dich/ du schöner Rein/ vnd du gelehrte Statt/
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Die Hungersnoth vnd Krieg zugleich getragen hat:
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Der gantze Helicon ist bey dir eingezogen/
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Nach dem der hohe Geist von Gent hieher geflogen/
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Die Tauben/ so zuvor dir Zeitung zugebracht/
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Hat Venus jetzt auch hier zu Burgerin gemacht/
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Der Edle von der Does hat erstlich sie gelocket/
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Sein’ Ida gleichfals offt an jhren Mund getrucket/
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Sein’ Ida die den Mars so jnniglich verwundt/
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Daß er Schwerdt/ Schildt vnd Spieß nicht lenger halten kundt.
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Die Thränen so vor Lieb auß seinen Augen flossen/
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Sind der Maranen Heer ins Läger auch geschossen/
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Da ward es gar zu naß. Sie liessen Leiden stehn/
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Vnd fürchteten/ die Flut möcht an die Kröser gehn.
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So bald der Spanier nun vrlaub hat genommen
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Deß Wassers vngewohnt: Ist Pallas zu euch kommen/
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Vnd
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Die dann auß Niderland Athen vnd Romgemacht/
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Es war noch nicht genug/ der Held von Brennus Stamme/
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Der grosse Scaliger/ steckt auff sein helle Flamme/
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Die Franckreich war entführt: Ein Mann/ ein einig Mann
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Der Adler in der Lusst/ redt alle Völcker an/
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Biß jhr auch Heinsius/ jhr Ph
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Ihr Sohn der Ewigkeit/ beguntet außzubreiten
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Die Flügel der Vernunfst. Das kleine Vatterland
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Trotzt jetzt die grosse Welt mit ewerem Verstandt.
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Was Aristoteles/ was Socrates gelehret/
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Was Orphe
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Was Tullius gesagt/ was jergendt jemand kan/
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Das sicht man jetzt von euch/ von euch/ jhr Gentscher Schwan.
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Die
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Wir wusten selber kaum von wannen wir geboren/
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Die Sprache/ vor der vor viel Feind erschrocken sindt/
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Vergassen wir mit fleiß vnd schlugen sie in Windt.
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Biß ewer fewrig Hertz ist endtlich außgerissen/
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Vnd hat vns klar gemacht/ wie schändtlich wir verliessen
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Was allen doch gebürt: Wir redten gut Latein/
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Vnd wolte keiner nicht für Teutsch gescholten sein.
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Der war’ weit vber Meer in Griechenland geflogen/
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Der hatt Italien/ der Franckreich durchgezogen/
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Der prallte Spanisch her. Ihr habt sie recht verlacht/
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Vnd vnsre Muttersprach in jhren werth gebracht.
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Hierumb wirdt ewer Lob ohn alles ende blühen/
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Das ewige Geschrey von euch wirdt ferne ziehen/
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Von dar die schöne Sonn auß jhrem Beth auffsteht/
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Vnd widerumb zu ruh mit jhren Pferden geht.
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Ich auch/ weil jhr mir seyt im Schreiben vorgegangen/
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Was ich für Ruhm vnd Ehr durch Hochteutsch werd erlangen/
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Will meinem Vatterlandt bekennen ohne schew/
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Daß ewre Pösy der meinen Mutter sey.

(Opitz, Martin: Teutsche Pöemata und: Aristarchvs Wieder die verachtung Teutscher Sprach. Straßburg, 1624.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Martin Opitz
(15971639)

* 23.12.1597 in Bolesławiec, † 20.08.1639 in Danzig

männlich, geb. Opitz

natürliche Todesursache | Pest

deutscher Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

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