Unbillige Unempfindlichkeit des gegen- wärtigen Guten

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Barthold Heinrich Brockes: Unbillige Unempfindlichkeit des gegen- wärtigen Guten (1735)

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Recht erbarmens-würdig ist, daß wir mit so kaltem Muthe,
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Ja fast ohn’ Empfindlichkeit, alles gegenwärtge Gute,
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Und hingegen
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Mit der innersten Bewegung, was verdrießlich ist, erwegen.

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Die Gesundheit nicht einmahl, nicht einmahl ein gut Ge-
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Können uns, wie sie doch sollten, eine lange Lust erregen.
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Aber, sind sie etwa fort; ach wie deutlich, hell und klar
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Wird man dann derselben Güte, Wehrt und Schätzbarkeit
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Ach wie elend sind wir dann! wie so groß ist unsre Noth!
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Dann wird kein Juweel so rein und so schön, kein Gold so
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Wenn es auch aus Ophir wäre, so ans Hertz gepicht gefunden;
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Daß man sie mit Lust nicht gäbe, eine Sache zu besitzen,
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Die man erst besaß, iedoch nicht gekostet, nicht empfunden,

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Dieß ist unser rechter Lohn, weil man sich, von Jugend an,
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Nicht dazu bequemen wollen, nicht dazu entschliessen kann,
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Die Gedancken, worin doch unser Wohl allein bestehet,
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Mit den Sinnen zu verbinden, und nicht, wenn wir schme-
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Wenn wir riechen, fühlen, sehn,
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Uns bestreben, daß es mag, zu des grossen Schöpfers Ehren,
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Mit Bedacht und Lust geschehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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