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Ach; wenn du, lieber Mensch, einst in dich gehen,
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Und recht mit Ernst die eigenen Jdeen,
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Die von der Gottheit du dir machst, betrachten wolltest;
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Wir würden, wenn du sie uns recht erklären solltest,
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Vermuthlich anders nichts in ihnen sehen,
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Als ein Ehr-würdig Bild von einem alten Mann,
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Der groß und mächtig ist, in und nach diesem Leben,
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Glück und den Himmel dir zu geben;
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Und der dich auch verdammen kann.
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Viel weiter geht man nicht. Hieraus nun folget klar:
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Wenn nichts alhier von GOTT für dich
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Zu hoffen und zu fürchten wäre,
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Erzeigtest du wol sicherlich
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Der wahren Gottheit wenig Ehre.
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Ist also das, was dich zum GOTTES-Dienste triebe,
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Wenn man es untersucht, nur Eigen-Liebe.
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Wir bitten meist, daß GOTT, in dieser Zeit,
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Uns Brodt und gute Tage gebe,
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Und daß man dort in Ewigkeit,
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Frey von der Höllen, seelig lebe.
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Einfolglich ist es leider mehr als wahr,
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Daß Eigen-Nutz und Eigen-Lieb’ allein
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Die Stützen deiner Andacht seyn.
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Warüm betrachtest du das, was durch GOtt geschicht,
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In seinen Wundern nicht?
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Warüm willt du in Seinen Wercken
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Nicht Seine Liebe, Macht und Weisheit mercken?
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Und warüm betest du Den, welcher alles kann,
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Den, welcher alles wirckt, Den, welcher alles liebet,
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Den, welcher allen alles giebet,
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In heiliger Bewunderung nicht an?
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Erinnre dich, wie schön,
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Vom Mißbrauch GOTT zu lieben,
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Wie wir schon einst gezeigt, so gar ein Türck geschrieben:
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Ein grosses Frauen-Mensch, die in der rechten Hand
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Ein brennend Feuer trug, und Wasser in der andern.
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Gefragt: Zu welchem Zweck? Sprach sie: der Höllen
Brand
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Lösch ich mit dieser Fluth:
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Und mit des Feuers Gluht
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Will ich das Paradis verbrennen und verheeren,
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Daß keiner GOTT aus Furcht, noch üm Belohnung eh-
ren;
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Nein, bloß üm Seiner selbst allein
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Jhn lieben mag, und Jhm ergeben seyn.
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Du sprichst vielleicht, daß ich mit Unrecht hier
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Der Eigen-Liebe Trieb verdamme;
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Da, aus der nützlichen Begier,
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Uns zu erhalten, dir und mir
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Doch so viel nützliches und gutes stamme;
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Ja daß dieselbige nicht nur
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Uns von der gütigen Natur
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In unser Blut uud Hertz gesencket;
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Nein, daß so gar, wenn man es recht bedencket,
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Des Schöpfers Ehre selbst mit ihr vereint:
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Da man von Jhm nichts Gutes wünschen kann,
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Ohn’ daß man nicht von Jhm zu gleicher Zeit auch meint,
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Er habe Macht und Weisheit, iederman
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Zu helffen, wenn es Jhm gefällt.
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Du fährst vielleicht noch fort, und sprichst, daß in der
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Die ich dem Schöpfer dieser Welt,
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In den Betrachtungen von Seinen Wundern, weih’,
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Nicht minder Eigen-Liebe sey.
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Du zweifelst noch wol gar, obs eine Ehre wäre,
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Des Schöpfers Wercke zu betrachten:
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So dien ich dir hierauf, und bitte, drauf zu achten.
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Ich tadele den Trieb der Eigen-Liebe nicht,
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Und ich versencke mich ins Boden-lose Meer
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Der Mystischen Vernunft so blind nicht, wie du meinest.
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Ich glaube nicht, wie du von mir zu glauben scheinest,
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Als ob es nicht erlaubet wär’,
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An das uns selbst von GOTT geschenckte Wesen
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Nur im geringsten zu gedencken.
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Ach nein! es kann gar wol zusammen stehn,
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Des Schöpfers Creatur bewundernd anzusehn,
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Und auch zugleich für uns die Gottheit anzuflehn,
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Und alle Hoffnung bloß auf Jhn allein zu lencken,
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Als worin Er zugleich mit wird verehrt.
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Allein, der Seelen Krafft so gar auf uns zu lencken,
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Daß wir des Schöpfers nicht, als uns zum Nutz, gedencken,
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Zeigt wenig Menschlichkeit, und heisst fürwahr geheuchelt.
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Ein Hund der hungrig ist, und seinem Herren schmeichelt,
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Verrehret ihn ja nicht: er sucht für seinen Magen
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Nur bloß die Kost durch schmeicheln zu erjagen.
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Um weiter nun zu gehn, so meinest du,
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Daß in Bewunderung der schönen Creaturen
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Der Eigen-Liebe stecken:
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So geb ich dieses dir, ja noch ein mehres, zu.
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Daß nemlich eigentlich die Triebe
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Von einer wahren GOTTES-Liebe
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Sich selber im Geschöpf’ entdecken.
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Da GOTT der Menschen Lust mit Seiner Ehr verbindet,
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Und Seinen Ruhm, (o Lieb!) in unsrer Freude findet.