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Des Firmaments entwölckte Bühne,
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War voller Strahlen, Glantz und Schein:
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Die Quell’ des Lichts, die güldne Sonne, schiene
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Des Himmels Mittel-Punct zu seyn.
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Von oben fiel ihr gantz gerader Strahl,
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Erhellt’ und füllete, mit einem strengen Licht’,
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Das sonst beständig kühl-von Schatten schwartze Thal.
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Der Lufft-Kreis glimmt’ und kocht’, es lechtzte Gras und
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In denen fast versengten Heiden,
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Für Mattigkeit und Hitze länger weiden.
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Die Schaaffe streckten sich in den verbrannten Staub.
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Drüm er sie Seiten-wärts in einen dicken Wald,
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Der holden Kühlung Sitz, der Schatten Aufenthalt,
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Dem frisches Gras den Grund, und Laub den Wipfel zierte;
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Mit sanften Schritten flötend führte.
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Zumahlen er in den bebüschten Gründen
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Der mehrentheils im Schatten dichter Bäume,
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Die Schaaffe weidete; wo er, durch süsse Reime,
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Die Gottheit, die mit Klee und Gras
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Die Wiesen, und mit Laub die duncklen Wälder, schmücket,
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Der uns zu rechter Zeit, ein heilsam Naß,
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Jm kühlen Thau und Regen, schicket,
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Wodurch die Wollen-reichen Heerden
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Geträncket und genehret werden;
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Das Wesen, (Dem dafür von allen Hirten Ehre,
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Als einem solchen HErrn und Hirten, stets gebührt,
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Der aller Welt und Sonnen Heere,
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Als eine Heerde Schaaffe, führt)
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In mancherley Beschreibungen besang,
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Daß Berg und Thal davon erklang.
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Um ihm ein schön Gedicht, auf ein geschmiedet Eisen,
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So er den Vormittag verfertiget, zu weisen.
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Jhr bester Zeit-Vertreib war eben dieß:
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Daß einer seines Geistes Früchte,
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Die in der Einsamkeit erfundene Gedichte,
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Zu beider Nutz, zu beider Lust,
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Da keiner was vom Neid und bittrer Scheel-Sucht wust,
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Er traff ihn aber nicht, wol aber
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Schon aus dem Schatten-reichen Grunde,
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Auf jenes Berges steile Höh’,
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Für Wolcken, nicht von unten sehen kann,
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Nachdem er seine Heerd’ ihm anvertraut, gestiegen.
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Silvander bat hierauf, so bald er dieß gehört,
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Auch mit beachten mögt’, und eilte, voll Verlangen,
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Jhm nach, und gleich den Berg hinan:
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Nachdem er eine Flasche,
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Voll frischer Milch, in seine bunte Tasche
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Zum Labsal eingestecket.
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Das rauhe Hartz-Gebirg’ erstrecket,
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Erhebt und thürmet sich
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Fast unersteiglich, schroff und gähe,
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Alhier zu einer solchen Höhe
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Die selbst dem Blick fast fürchterlich.
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Doch ließ er sich die Schwierigkeit nicht hindern,
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Noch die ihn treibende Begier dadurch vermindern.
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Mit frohen Schritten an.
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Und, weil ein Fuß-Steig ihm nicht unbekannt;
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Verkürtzt’ er seinen Weg, so, daß, in kurtzer Zeit,
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Trotz des Gebirges Rauhigkeit,
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Er oben auf des Berges Spitzen,
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Mit müden zwar, doch frohen Füssen, stand.
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Hieselbst sah’ er, auf einem grossen Stein,
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Mit Steinen gantz ümringt,
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Vertiefft im dencken, schreibend sitzen.
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Indessen daß, von seiner Hand,
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Er ein beschrieben Blätchen fand,
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So ihm der Wind entführt. Er hubs begierig auf,
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Und lase diese Worte drauf:
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„bey einem frohen Feur, befreit vom Neid und zancken.
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„bald schreibt mein reger Kiel,
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„bald sing’ ich, bald erklingt mein Saiten-Spiel.
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„und, wenn, voll Ehr-Suchts-Dunst, sich schleichende Ge-
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„von neuen etwan meine Sinnen
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„zu füllen unterstehn; treibt die Erinnerung,
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„die mich zur Vorsicht bringt, dieselben schnell von hin-
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„pracht, Hoheit, Titel, Geld, Ruhm, Reichthum, Ehre,
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„was seid ihr eigentlich?
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„die Menschen so zerfoltern? Eine Bürde,
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„die, ohn Ergetzen, drückt; ein überzuckert Gifft,
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„ein’ unbeständge Lust, ein daurhaft Unvergnügen.
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„ich fieng auch ehmahls an vermessentlich,
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„wie Jcarns, empor zu fliegen.
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„jetzt aber sitz ich hier, und lache mich,
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„sam̄t meiner Thorheit aus.„ Ja, fieng
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Beraldo, du hast recht: wie wol hast du gedacht!
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Wie glücklich ist, der es so weit gebracht!
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Wie glücklich ist, der also dencken kann!
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Er fand darauf annoch an einem andern Orte,
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Auf einem Zettul, diese Worte:
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Wie er auf die Vergleichung dachte.
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Drauf nähert’ er sich ihm, doch in geheim, und schlich
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Doch, da ein dürrer Ast, zertreten, brach und kracht,
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Fuhr jener, durchs Geräusch erschreckt, so starck in sich,
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Daß, von der regen Hand, die von der Stelle flog,
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Ein schneller langer Strich
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Sich über sein Papier, das er beschrieben, zog.
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Sie lachten hertzlich alle beide,
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Bezeugten Wechsels-weis’ einander ihre Freude,
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Und, wie sie mit der Milch den Durst, den beide fühlten,
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Nachdem sie sie vorhin in einer Quelle kühlten,
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Nicht ohne Lust gestillt, sich beide niedersetzten,
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Und an der bunten Pracht
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Der Landschaft sich ergetzten;
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Ließ das, womit sein Kiel beschäfftiget gewesen,
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Des rauhen Hartzes rauhe Pracht
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Hatt’ er, durch seine Pflicht getrieben,
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Zu Ehren dem, der ihn zum Schatz-Behalter macht,
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Fast mehr geschildert, als beschrieben.
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Absonderlich hatt’ er des glatten Marmors prangen,
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Den Blauckenburgs Gebirg’ uns hier,
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In einer tausendfach gefärbten Zier,
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Zu einem Wunder bringt, zu bilden angefangen.
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Es wiederholete der Wiederhall,
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Mit einem sanften Schall,
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Aus mancher Klufft, von mehr als einem Orte,
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Als er, wie folget, las’, fast alle Worte:
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Welch eine Last von Stein! welch eine Felsen-Welt
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Wird meinem starren Blick’ hier vorgestellt!
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Fast alles, was allhier die Augen schauen,
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Gebieret Furcht, sucht ein geheimes Schrecken
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Auch dem, der sonst nicht bange, zu erwecken.
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Es hauchet Wiedrigkeit und Grauen,
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An diesem Ort, fast ieder Vorwurff aus.
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Es sehn zugleich die scheuch- und starren Blicke
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Hier ungeheure Felsen-Stücke,
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Bald fest und gantz, und bald zerbrochen und zerspalten:
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Bald Abgründ’, Hölen, Moß und Graus.
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Ein gantz verwirrt Gemisch von allerley Gestalten,
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Materien und Farben, stellet hier
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Uns gleichsam recht ein Chaos für.
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Leim-Marmor-Kiesel-Berg’, unordentlich vermengt,
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Unordentlich erhöht, unordentlich zerbrochen,
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Als wären sie, durch ungefehren Fall,
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So wunderlich in sich gedrengt,
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Von erst geschmoltznem Schnee, kommt hier ein träger
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Vermischt mit Schlamm und faulem Moß,
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Aus kleinen Oeffnungen gekrochen:
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Vermehrt sich aber allgemach,
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Wird, eh man sichs versiehet, groß,
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Erzürnt sich, schäumt und braust, und, was erst kaum ge-
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Kommt, über schroffe Stein’, erbost herab geschossen,
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Reisst selbst den Boden mit, stürtzt, mit beschäumtem Grimm,
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Bejahrte dicke Bäum’ und schwere Felsen üm.
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An manchem Orte sind der Berge rauhe Höh’n
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Recht ungeheuer schön.
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Die Grösse kann uns Lust und Schrecken
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Entsetzlich ist der Klippen Höh’ und Dicke:
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Entsetzlich groß sind abgerollte Stücke:
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Entsetzlich schwartz sind aufgespaltne Klüffte:
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Entsetzlich tieff, wie Rachen, hole Grüffte:
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Die mehrentheils verwirrte Dornen-Hecken,
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Die voller Furcht und Grauen stecken,
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Mit Klauen-gleichen Stacheln decken.
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Jedoch, erstarrter Sinn, begreiffe dich!
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Die furchtbare Gestalt ist nicht so fürchterlich.
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Sieh nicht allein der Berge wildes Wesen,
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Sieh auch derselben Schmuck, zusammt dem Nutzen, an!
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Du kannst hier mehr, als man leicht sonsten kann,
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Des Schöpfers Huld und Macht, aus ihrer Anmuth, lesen.
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Es wird kein Mensch die Vortheil’ alle nennen,
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Die ein Gebirg’ uns bringt, noch sie beschreiben können.