Fabel

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Barthold Heinrich Brockes: Fabel (1735)

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Hans war ein feines Kind, und eines Königs Sohn,
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Den man, damit sein Geist des Vaters Cron’ und
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Durch einen Gegensatz, noch höher achten mögte,
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Und daß er ja sein Glück um desto mehr bedächte,
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In einem schlechten Dorff’ hatt’ auferziehen lassen.

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Damit er alles nun auf einmahl mögte fassen,
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Hieß sein Herr Vater einst den Hof sich herrlich schmücken;
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Ließ alles in geheim üm Hansens Hütte rücken.

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Es stand nunmehr der Hof, nach erst vergangner Nacht,
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In seiner höchsten Pracht:
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Von Silber, Gold, Rubin und andern Edelsteinen
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War ein gefärbter Glantz, und ein fast blendend scheinen
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So hell als allgemein. Ein schimmernd blitzend Licht
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Bestrahlte Hertz und Brust,
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Erfüllte das Gesicht
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Mit Anmuth und mit Lust.

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Hans öffnete sogleich die starren Augen-Lieder,
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Und sprach: Ey das ist schön! Und damit kehrt’ er wieder,
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Und setzte ruhig sich in seiner Hütten nieder.

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Der Hans ist ieder Mensch, der aller Himmel Pracht,
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Der Sonnen Wunder-Licht, und, bey gestirnter Nacht,
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Die ungezehlte Zahl der Sonnen in den Sternen
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Erstaunet nicht beschaut, und Den, der sie gemacht,
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In seiner Lust nicht will bewundern lernen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Barthold Heinrich Brockes
(16801747)

* 22.09.1680 in Hamburg, † 16.01.1747 in Hamburg

männlich, geb. Brockes

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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