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mein Trieb, der waget warlich
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Da ich mich untersteh der Andacht Saiten-
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Das meine Einfalt rührt, mit dem verstimm-
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Für dein bemerkend Ohr, in matten Thon
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Die Schuldigkeit befahl, die arme Schüch-
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Die wiederrieth es mir: in diesem Wette
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Frug mein bewegt Gemüth: Ob ich auch werth
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Die Lieder Dir zu weihn, die niedrig, kläglich
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Und öfters knarrend gehn; da süsse Melo-
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Dein Ohr schon längst vergnügt, dein Her-
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Da was nicht lieblich schallt, in denen Dich-
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Auch Dir, nicht angenehm, nicht reitzend
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Die Schüchternheit die sprach: zurük mit
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Der matt und elend geht: der Gottheit Lob-
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Muß, wenn er soll gefalln, das Herze feu-
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Und im entflammten Trieb zum Siz des
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Den Liedern fehlt das Feur, das in die Her-
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Ob sie aus Andacht gleich, zu
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Sie rühren kein Gemüth, daß jemahls an-
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Wie man die Gottheit recht, in Lobgesän-
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Sie wandte ferner ein: bedenkest du denn
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Wie manch erhabnes Lied und herrliches Ge-
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Von erster Jugend an in dessen Ohr erklun-
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Da jener Elbe-Schwan der Gottheit Ruhm
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Da Brokkes Saitenspiel, so oft das Herze
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Das jederman gefällt, in heiligs Feuer
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Wie kan beim hellen Thon, ein heisch und
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Bei einem Schwang-Gesang ein schnatternd
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Da ich mir vorgesezt, mit deines Nahmens
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Aus Ehrfurcht blos erwekt, mein Liederbuch
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Um Dir dadurch den Trieb des Herzens ab-
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Des Herzens Trieb befahl und zeigte deine
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Die Dankbarkeit wies mir die Summe mei-
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Und darum wage ichs den Abtrag meiner
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Für die genoßne Gunst, im Wollen zu ent-
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Du kennest meinen Trieb auch in den nie-
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Du billigest den Zwek, den HErrn der Herr-
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Den die Natur und Schrift uns zeiget, aus-
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Nim was die Redlichkeit, in reiner Neigung
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Bis ihr ein beßres Lied in höhern Thon ge-
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Nim es zum Unterpfand, daß der der die-
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In wahrer Hochachtung stets dein Verehrer
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Mein Blat das redet nichts, zu deines Nah-
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Du brauchst mein Loblied nicht, weil Fa-
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Schon dein Verdienst erkannt; des Him-
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Sei Deine Sonn und Schild, dich blühend