Serena

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Figurenkonstellation

Gottlieb Konrad Pfeffel

Serena (1764)

Ein Bürgerliches Trauerspiel

SchauplatzDer Schauplatz stellet das innwendige eines Zimmers vor, darinnen man nichts erblicket, als die blosen Mauern; einen Tisch auf welchem ein Licht, ein Wassergefäse, und ein Brod, nebst einem Mannskleide und einem schlechten Frauenzimmer-Rocke sich befinden.

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Erster Auftritt.

Philint, (in einem Reisekleide, gehet als ein Rasender in dem Zimmer auf und ab;) Ein Bedienter, (welcher einen Spiegel davon trägt.
Philint.
Nun! Ist es bald geschehen?
Der Bediente.
Es sind nur noch sehr wenig Sachen vorhanden.
Philint.
Räume alles, alles hinweg. Warum kan ich diesen Ort nicht scheuslich genug machen? Warum kan ich nicht Grauen auf Grauen häufen? ...
(Er ruft dem Bedienten zurück.)
5
Komm! laß diesen Spiegel hier.
(Er ergreift ihn, und der Bediente geht ab.)
Die Treulose soll darinnen ohne Unterlaß ihr Bild erblicken, und vor ihrem Verbrechen schaudern lernen .... Ja, ja die Furcht die ich gestern hatte, meine Rache zuweit zu treiben, soll dir Unglück bringen; nun wäre sie verschertzt, diese Rache, dein Blut wäre geflossen, aber es hätte sie nicht gesättiget, die Hölle hätte mir dieses Vergnügen geraubet. Du sollst sie hier nicht vermissen, ich bereite dir Qualen
(zum Bedienten)
He! ist nun alles fertig?
10
.... Himmel! warum kan ich sie dich nicht empfinden lassen, ohne sie zu theilen .... Nein, sie werden ganz allein für mich seyn, die Verrätherin wird sie mit einem ruhigen Auge betrachten .... Serena liebt mich nicht mehr, Serena liebt mich nicht mehr! Ach, allzugrausames Schicksal! Mich dessen Freude, dessen Glückseligkeit, dessen Leben es war, sie zu lieben .... Wohlan, ich will nicht mehr daran gedenken.
Der Bediente.
Ja mein Herr.
Philint.
Sage Serenen, daß ich sie hier erwarte.
Der Bediente.
Ihrer Gemahlin?
Philint.
Ja, meiner .... Halt; vor allen Dingen sage unten, daß ich durchaus verbiete jemanden, wer es auch sey, herauf zu lassen, und daß ich befehle, denen, die nach mir fragen, zu melden, es habe eine Sache von äuserster Wichtigkeit mich genöthiget, bey Anbruch des Tages mit Serenen auf das Land zu verreisen. Vornemlich aber nimm dich wohl in Acht, das geringste von dem zu reden, was du siehest.
15
Der Bediente.
Mein Herr, Sie kennen meine Treue.
Philint.
Gehe.
Der Bediente.
Doch wenn die Herren Arist und Adrast kommen, soll ich ihnen sagen ....
Philint.
Adrast, was sagst du?
Der Bediente.
Mein Herr, Sie dörfen mir nur befehlen; allein Sie wissen, daß Sie oft verbieten jemanden, wer es auch sey, vor Sie zu lassen, ohne daß dieser Befehl sich auch auf diese Herren erstrecket, und, wie ich Ihnen bereits angezeigt, so haben Sie, als Sie gestern mit unserer Gebieterin zu Nacht speißten, sich verabredet, gleich des Morgens wieder her zu kommen.
20
Philint.
Er wird nicht herkommen. Merke dir wohl, was ich itzt sage. Mein Befehl gilt heut jedermann, und insbesondere den Arist; für ihn will ich vor allen andern nicht zu Hause seyn. Hörst du es.

([Gottlieb Konrad Pfeffel]: Serena. Ein Bürgerliches Trauerspiel. In: Serena ein Bürgerliches Trauerspiel in Prose von einem Aufzuge. Nebst einem Vorspiel. Aus dem Französischen übersetzt. Frankfurt und Leipzig: Garbe1764. (S. 25–64.)Aus: Fischer, Frank, et al. Programmable Corpora: Introducing DraCor, an Infrastructure for the Research on European Drama. In: Proceedings of DH2019: Complexities, Utrecht University, 2019.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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