Die beiden Billets

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Christian Leberecht Heyne

Die beiden Billets (1783)

Ein Lustspiel in einem Akt

Uraufführung1783

SchauplatzDie Szene ist auf einem freyen Plaze vor Rösgens Hause.

Zurück
Weiter

Erster Auftritt.

Gürge (allein, springt hervor.)
Heysa, Gürge! heysa! – Ins Wasser möcht’ ich für Freuden springen – Röse, allerliebste Goldröse! – Nun, habe Dank, lieber Schulmeister, daß du mich so lange geblaut hast, bis ich habe lesen lernen. – Nein, nun ist es gewiß, daß sie mir gut ist. Da stehts – mit ihren eignen beiden runden allerliebsten Patschgen geschrieben. – Ach, ich muß nur noch einmal lesen. –
(Liest.)
„Lieber Freund!“ – Jemine, man sieht gleich an den vornehmen Redensarten, daß sie in der Stadt gewesen ist – „diesen Augenblick hat mir mein Vater gesagt, er stellte mirs frey, ob ich unter meinen Freyern den
(Wischt sich die Thränen ab.)
5
Nu, wenn ichs überlebe, so weiß ich, was ich thun will. Und vor Ihm, Mosge Schnapps, fürcht’ ich mich nun auch nicht mehr. Er hat mir lange genug Angst gemacht: Sein Maul geht immer wie eine Breche, und vor solchen Leuten kommt unser einer immer nicht fort. Aber nu meinetwegen, ich will mich drein ergeben, will hingehen und meinen Schwiegervater fragen, wenn Verlöbde seyn soll. Und auf die Hochzeit – Nein, ich falle in Ohnmacht, wenn ich an die Hochzeit mit Rösgen denken soll. –
(Er will gehn, kommt zurück.)
Aber es geht mir doch noch was im Kopfe herum. Röse hat ein schönes Gut, den schönsten Stall voll Kühe im Dorfe, volle Böden, und ein funfzehnhundert Gulden baar Geld: und ich habe – nichts, als ein armseliges Häusgen mit einem Gärtgen dran. – Ich wollte, Gott verzeih mirs, lieber, sie wäre so arm als ich, und ich so reich als sie. Freilich wenn mir das Lotto
(Sucht ihn und bringt ihn hervor.)
Ja, da ist er: 27, 19, und 48 – Ja, ja, ich denke, die Herrn Lottodirektors werdens wohl so karten, daß sie meinen Thaler behalten. Aber ich weiß – was ich mache. Gewinn ich nichts, so nehm’ ich alle neunzig Nummern mit einander, und wenn ich hernach nicht herauskomme, so sprech’ ich selber, daß das ganze Lotto eine Beutelschneiderey auf vornehmen Fuß ist. – Nun, ich will fort zu Rösgen. –
10
(Sieht Schnappsen kommen.)
Kommt mir der Hasenfuß gleich in den Weg: ich muß nur geschwind meine Papiere einstecken.
Balbier Schnapps oder Gürgen haben wollte. Ich habe dirs gleich schreiben wollen, damit du’s recht bald wüßtest. Du kannst nun thun was du willst, lieber Freund.“ – Nichts als lieber Freund!zusagte – Ich habe mich vom Schulmeister beschwazen lassen, und einen Speziesthaler auf eine Terne gesetzt – ich habe doch den Zettel noch?

(Anton-Wall [= Christian Leberecht Heyne]: Die beiden Billets. Ein Lustspiel in einem Akt nach [Jean-Pierre Claris de] Florian. Zweyte Ausgabe. [Zuerst 1783.] Leipzig: Dyk1790. (S. 1–46.)Aus: Fischer, Frank, et al. Programmable Corpora: Introducing DraCor, an Infrastructure for the Research on European Drama. In: Proceedings of DH2019: Complexities, Utrecht University, 2019.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent
Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.