Romanze vom wahnsinnigen Feuerreiter. Ist aus dem Roman: „Maler Nolten.“ In einer alten Stadt, so wird erzählt, habe im Giebeldache eines kleinen Hauses ein junger fremder Mann gewohnt, von dessen Lebensweise Niemand näher wußte, der sich Jahr aus, Jahr ein auch niemals habe blicken lassen, außer — nach dem Volksglauben — regelmäßig vor dem Ausbruch einer Feuersbrunst. Dann sah man ihn in einer scharlachrothen, netzartigen Mütze unruhig am kleinen Fenster auf und nieder gehen, zum sichern Vorzeichen des nahe drohenden Unglücks. Mit dem ersten Feuerlärmen kam er auf einem magern Klepper unten aus dem Stalle hervorgesprengt und nahm pfeilschnell, unfehlbar seinen Lauf nach dem Orte des Brandes

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Eduard Mörike: Romanze vom wahnsinnigen Feuerreiter. Ist aus dem Roman: „Maler Nolten.“ In einer alten Stadt, so wird erzählt, habe im Giebeldache eines kleinen Hauses ein junger fremder Mann gewohnt, von dessen Lebensweise Niemand näher wußte, der sich Jahr aus, Jahr ein auch niemals habe blicken lassen, außer — nach dem Volksglauben — regelmäßig vor dem Ausbruch einer Feuersbrunst. Dann sah man ihn in einer scharlachrothen, netzartigen Mütze unruhig am kleinen Fenster auf und nieder gehen, zum sichern Vorzeichen des nahe drohenden Unglücks. Mit dem ersten Feuerlärmen kam er auf einem magern Klepper unten aus dem Stalle hervorgesprengt und nahm pfeilschnell, unfehlbar seinen Lauf nach dem Orte des Brandes (1838)

Quellen- und Lizenzangabe

(Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Abwandlung: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

Einordnungshinweis

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